Kapitel 6
Adverbien und adverbiale Angaben
Einleitung
Wie wir beim Verb gesehen haben, nehmen Menschen Handlungen, Vorgänge und Zustände wahr und können sie sprachlich darstellen.
Häufig genügt zunächst eine einfache Aussage:
Ich schlafe.
Das Kind spielt.
Der Mann arbeitet.
Das Buch ist interessant.
Handlungen, Vorgänge und Zustände treten in der Wirklichkeit jedoch nicht isoliert auf. Sie geschehen an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten, unter bestimmten Bedingungen und Ursachen und in unterschiedlichen Arten und Weisen. Sie stehen damit in räumlichen, zeitlichen, kausalen und weiteren Beziehungen zur übrigen Wirklichkeit.
Nicht alle diese Beziehungen müssen in jeder Aussage genannt werden. Der Sprecher drückt gewöhnlich nur diejenigen Informationen aus, die für seine jeweilige Mitteilung erforderlich sind.
So kann die Aussage
Ich schlafe.
in einer bestimmten Situation vollständig genügen.
Möchte der Sprecher jedoch zusätzliche Informationen geben, kann er die Aussage näher bestimmen:
Ich schlafe hier.
→ räumliche Einordnung
Ich schlafe morgens.
→ zeitliche Einordnung
Ich schlafe, weil ich müde bin.
→ Angabe eines Grundes
Ich schlafe ruhig.
→ nähere Bestimmung der Art und Weise
Die ursprüngliche Handlung bleibt dabei erhalten. Die zusätzlichen Angaben ordnen sie in weitere Beziehungen ein oder bestimmen sie unter einem bestimmten Gesichtspunkt näher.
Unser Modell beginnt deshalb nicht mit der Frage:
Welche Wortart ist dieses Wort?
Sondern zunächst mit der Frage:
Welche zusätzliche Information über die Wirklichkeit möchte der Sprecher ausdrücken?
Erst danach wird untersucht, mit welchen sprachlichen Mitteln diese Information dargestellt wird.
Wirklichkeit → Wahrnehmung und Erkenntnis → Kommunikationsbedürfnis → sprachliche Funktion → grammatisches Mittel
Dabei muss von Anfang an zwischen Adverb und adverbialer Angabe unterschieden werden.
Ein Adverb ist eine grammatische Wortart.
Eine adverbiale Angabe beschreibt dagegen eine Funktion innerhalb einer Aussage. Diese Funktion kann durch ein Adverb, aber auch durch andere sprachliche Mittel erfüllt werden.
Zum Beispiel:
Ich schlafe hier.
→ Adverb
Ich schlafe auf dem Sofa.
→ Präpositionalgruppe
Ich schlafe den ganzen Vormittag.
→ Nominalgruppe
Ich schlafe, weil ich müde bin.
→ Nebensatz
Diese unterschiedlichen grammatischen Formen können zusätzliche Informationen über eine Handlung, einen Vorgang, einen Zustand oder einen ganzen Sachverhalt ausdrücken.
1. Lokale Angaben
Einheiten der Wirklichkeit befinden sich im Raum und stehen hinsichtlich ihrer Position in räumlichen Beziehungen zu anderen Einheiten. Auch Handlungen, Vorgänge und Zustände finden an bestimmten Orten statt oder können mit räumlichen Veränderungen verbunden sein.
Diese räumlichen Beziehungen müssen sprachlich jedoch nicht immer ausgedrückt werden.
Zum Beispiel:
Ich schlafe.
Für die Beteiligten einer Kommunikation kann es unwichtig oder bereits bekannt sein, wo die Person schläft. Unter anderen Umständen kann gerade diese Information von Bedeutung sein. Kann jemand beispielsweise nicht im Schlafzimmer schlafen und hält sich deshalb im Wohnzimmer auf, kann er sagen:
Ich schlafe hier.
Ich schlafe hier im Wohnzimmer.
Die Handlung des Schlafens bleibt dieselbe. Sie wird jedoch durch eine zusätzliche Angabe räumlich eingeordnet.
Lokale Angaben können insbesondere Antworten auf drei grundlegende Fragen geben:
Wo?
Wohin?
Woher?
Ort – Wo?
Mit der Frage wo? wird nach der räumlichen Position einer Einheit oder eines Geschehens gefragt.
Beispiele:
Ich schlafe hier.
Die Kinder spielen hinter dem Haus.
Die Katze liegt unter dem Baum.
Die räumliche Position kann durch Adverbien wie
hier, dort, da, draußen, drinnen, oben, unten, links, rechts, vorn, hinten, überall, irgendwo, nirgendwo
oder durch andere grammatische Mittel wie Präpositionalgruppen ausgedrückt werden:
hier → Adverb
hinter dem Haus → Präpositionalgruppe
unter dem Baum → Präpositionalgruppe
Damit zeigt sich bereits die grundlegende Unterscheidung dieses Kapitels: Die lokale Angabe ist eine Funktion; das Adverb oder die Präpositionalgruppe ist das grammatische Mittel, mit dem diese Funktion ausgedrückt wird.
Richtung – Wohin?
Einheiten können ihre räumliche Position verändern. Soll nicht nur angegeben werden, wo sich etwas befindet oder geschieht, sondern zu welchem räumlichen Ziel eine Bewegung führt, fragt man:
Wohin?
Beispiele:
Der Mann geht in den Brunnen hinunter.
Das Kind steigt die Treppe hinauf.
Seine Frau geht in das Schlafzimmer hinein.
Die lokale Angabe beschreibt hier nicht eine feste Position, sondern die Richtung beziehungsweise das Ziel einer räumlichen Veränderung.
Herkunft – Woher?
Eine räumliche Veränderung kann auch von ihrem Ausgangspunkt aus betrachtet werden. Dann fragt man:
Woher?
Beispiele:
Der Mann kommt aus Köln.
Die Lehrerin kommt aus dem Keller herauf.
Das Kind kommt aus dem Haus heraus.
Die lokale Angabe bezeichnet hier den räumlichen Ausgangspunkt beziehungsweise die Herkunft einer Bewegung.
Damit lassen sich drei grundlegende räumliche Beziehungen unterscheiden:
Wo? → Position
Wohin? → Richtung oder Ziel
Woher? → Ausgangspunkt oder Herkunft
Bei Ausdrücken mit hin- und her- kann zusätzlich ein räumlicher Bezugspunkt eine Rolle spielen. her- bezeichnet eine Bewegung in Richtung eines Bezugspunkts, während hin- eine Bewegung von diesem Bezugspunkt weg beziehungsweise zu einem anderen Ziel bezeichnet.
2. Temporale Angaben
Wie bereits beim Verb betrachtet wurde, ist Zeit eine Dimension der Wirklichkeit. Handlungen, Vorgänge und Zustände geschehen beziehungsweise bestehen im zeitlichen Verlauf und können dadurch zeitlich zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Beim sprachlichen Ausdruck eines Geschehens muss seine zeitliche Einordnung jedoch nicht immer ausdrücklich genannt werden.
Zum Beispiel:
Der Mann schläft.
Unter gewöhnlichen Umständen kann der Kommunikationspartner annehmen oder aus dem Zusammenhang wissen, wann der Mann schläft. Arbeitet der Mann jedoch beispielsweise in einer Nachtschicht und schläft deshalb am Morgen, kann gerade die zeitliche Information wichtig werden:
Der Mann schläft morgens.
Die Handlung des Schlafens bleibt dieselbe. Neu hinzugekommen ist ihre zeitliche Einordnung.
Temporale Angaben können insbesondere folgende Fragen beantworten:
Wann?
Seit wann?
Bis wann?
Wie lange?
Wie oft?
In welcher Reihenfolge?
Zeitpunkt – Wann?
Mit der Frage wann? wird nach der zeitlichen Position einer Handlung, eines Vorgangs oder eines Zustands gefragt.
Beispiele:
Ich komme heute.
Er reiste gestern ab.
Wir beginnen morgen.
Sie arbeitet jetzt.
Typische Temporaladverbien sind beispielsweise:
heute, gestern, morgen, jetzt, damals, bald, sofort, später.
Auch hier kann dieselbe temporale Funktion durch andere grammatische Mittel ausgedrückt werden:
Ich komme morgen.
→ Adverb
Ich komme am Montag.
→ Präpositionalgruppe
Damit zeigt sich erneut: Temporal ist die Funktion; das grammatische Mittel kann unterschiedlich sein.
Zeitlicher Anfang und zeitliches Ende – Seit wann? Bis wann?
Ein Geschehen kann hinsichtlich seines zeitlichen Anfangs oder Endes bestimmt werden.
Seit wann? fragt nach dem Ausgangspunkt eines Zeitraums:
Er arbeitet seit Montag.
Sie wohnt seit drei Jahren hier.
Bis wann? fragt nach dessen Endpunkt:
Er arbeitet bis morgen.
Wir bleiben bis Montag.
Dauer – Wie lange?
Mit wie lange? wird danach gefragt, über welchen Zeitraum eine Handlung, ein Vorgang oder ein Zustand andauert.
Beispiele:
Er wartet lange.
Sie blieb nur kurz.
Wir arbeiten den ganzen Tag.
Damit müssen Anfang, Ende und Dauer unterschieden werden:
Seit wann? → zeitlicher Anfang
Bis wann? → zeitliches Ende
Wie lange? → Dauer
Häufigkeit – Wie oft?
Handlungen, Vorgänge und Zustände können sich wiederholen. Mit der Frage wie oft? wird ihre Häufigkeit bestimmt.
Beispiele:
Er kommt oft.
Sie ist selten krank.
Ich gehe fast jeden Morgen spazieren.
Er arbeitet immer.
Sie fehlt nie.
Die temporale Angabe beschreibt hier also nicht, wann ein einzelnes Geschehen stattfindet, sondern wie häufig es innerhalb eines betrachteten Zeitraums auftritt.
Zeitliche Reihenfolge – In welcher Reihenfolge?
Mehrere Handlungen, Vorgänge oder Zustände können zeitlich aufeinander bezogen werden. Dann kann angegeben werden, in welcher Reihenfolge sie stattfinden.
Beispiele:
Zuerst arbeite ich. Danach ruhe ich mich aus.
Anschließend gehen wir nach Hause.
Inzwischen ist es dunkel geworden.
Wörter wie zuerst, danach, anschließend und inzwischen stellen zeitliche Beziehungen zwischen verschiedenen Geschehnissen beziehungsweise Zeitabschnitten her.
Temporale Angaben ermöglichen es somit, Handlungen, Vorgänge und Zustände hinsichtlich ihres Zeitpunkts, Anfangs, Endes, ihrer Dauer, Häufigkeit oder zeitlichen Reihenfolge näher einzuordnen.
3. Kausale Angaben
Handlungen, Vorgänge und Zustände treten nicht grundlos oder unabhängig von anderen Sachverhalten auf. Sie können aus bestimmten Ursachen, Bedürfnissen oder Beweggründen hervorgehen und dadurch mit anderen Teilen der Wirklichkeit in kausalen Beziehungen stehen.
Viele solcher Zusammenhänge sind für Menschen aufgrund ihrer Erfahrungen selbstverständlich oder zumindest erwartbar.
Zum Beispiel:
Ich gehe morgens zur Arbeit.
Ich gehe um 22:00 Uhr ins Bett.
Solche Aussagen entsprechen für viele Menschen einem gewohnten Tagesablauf. Der Kommunikationspartner verspürt deshalb unter normalen Umständen möglicherweise kein besonderes Bedürfnis, nach einem Grund zu fragen.
Anders kann es sein, wenn eine Aussage von dem abweicht, was in der jeweiligen Situation erwartet wird:
Ich schlafe morgens.
Meine Arbeitsschicht beginnt um 21:00 Uhr.
Ich bleibe heute zu Hause.
Eine solche Aussage kann beim Kommunikationspartner die Frage hervorrufen, warum dieser Sachverhalt besteht.
Der Sprecher kann den entsprechenden Grund unmittelbar ergänzen oder ihn auf eine Nachfrage hin nennen:
Ich schlafe morgens, da ich nachts arbeite.
Meine Arbeitsschicht beginnt um 21:00 Uhr, weil ich nachts arbeite.
Ich bin krank, deshalb bleibe ich heute zu Hause.
Die ursprüngliche Handlung beziehungsweise der Zustand wird dadurch nicht ersetzt. Vielmehr wird eine kausale Beziehung zwischen zwei Sachverhalten sprachlich ausgedrückt:
Ich bin krank.↓
Deshalb bleibe ich zu Hause.
Kausale Angaben beantworten insbesondere Fragen wie:
Warum?
Weshalb?
Aus welchem Grund?
Sie geben damit eine Ursache oder Begründung für eine Handlung, einen Vorgang oder einen Zustand an.
Unterschiedliche grammatische Mittel
Wie bereits bei den lokalen und temporalen Angaben kann dieselbe allgemeine Funktion durch unterschiedliche grammatische Mittel ausgedrückt werden:
Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin.
Da ich krank bin, bleibe ich zu Hause.
Ich bin krank, deshalb bleibe ich zu Hause.
Ich bin krank, deswegen bleibe ich zu Hause.
Ich bin krank, daher bleibe ich zu Hause.
Aus diesem Grund bleibe ich zu Hause.
Dabei gehören die verwendeten Ausdrücke grammatisch nicht alle derselben Kategorie an:
deshalb, deswegen, daher, darum → Adverbien
weil, da, denn → Konjunktionen unterschiedlicher syntaktischer Verwendung
aus diesem Grund → Präpositionalgruppe
Für unser Modell steht zunächst die kausale Beziehung zwischen den Sachverhalten im Mittelpunkt. Erst anschließend wird betrachtet, mit welchem grammatischen Mittel diese Beziehung sprachlich ausgedrückt wird.
4. Modale und weitere näher bestimmende Angaben
Handlungen, Vorgänge und Zustände können nicht nur Ursachen oder Gründe haben. Sie geschehen auch auf eine bestimmte Art und Weise und können vom Menschen unter weiteren Gesichtspunkten näher bestimmt werden.
Eine Handlung kann zunächst ohne eine solche zusätzliche Angabe ausgedrückt werden:
Ich laufe.
Der Sprecher teilt damit die Handlung mit, ohne näher zu beschreiben, wie sie ausgeführt wird.
Besteht jedoch das Bedürfnis, auch ihre Art und Weise mitzuteilen, kann die Aussage ergänzt werden:
Ich laufe langsam.
Die Handlung bleibt dieselbe. Durch langsam wird zusätzlich beschrieben, wie das Laufen geschieht.
Modale Angaben können unter anderem auf folgende Fragen antworten:
Wie?
Auf welche Weise?
Mit welcher Einstellung?
Mit welcher Einschränkung oder Genauigkeit?
Art und Weise
Die Art und Weise eines Geschehens kann häufig durch Eigenschaften näher beschrieben werden:
Sie spricht leise.
Er arbeitet sorgfältig.
Das Kind antwortet freundlich.
Der Mann läuft langsam.
Wie wir beim Adjektiv gesehen haben, bleiben leise, sorgfältig, freundlich und langsam dabei Adjektive. Sie werden hier jedoch adverbial gebraucht, weil sie nicht unmittelbar ein Nomen bestimmen, sondern die Art und Weise eines Geschehens näher beschreiben.
Vergleichen wir:
der langsame Mann
→ attributiver Gebrauch des Adjektivs
Der Mann ist langsam.
→ prädikativer Gebrauch
Der Mann läuft langsam.
→ adverbialer Gebrauch
Damit wird die Verbindung zum vorhergehenden Kapitel deutlich: Eine Eigenschaft kann einer Einheit zugeschrieben oder zur näheren Beschreibung ihres Geschehens verwendet werden.
Einstellung und Vorliebe
Ein Sprecher kann zusätzlich ausdrücken, mit welcher Einstellung oder Vorliebe eine Handlung verbunden ist.
Beispiele:
Ich schaue Spielfilme gern im Kino.
Er treibt gern Sport.
Sie reist lieber mit dem Zug.
Hier beschreibt gern nicht die Art der körperlichen Ausführung der Handlung. Es drückt vielmehr eine positive Einstellung beziehungsweise Vorliebe des Handelnden gegenüber der Handlung aus.
Mit lieber können darüber hinaus verschiedene Möglichkeiten hinsichtlich dieser Vorliebe miteinander verglichen werden.
Einschränkung, Annäherung und Genauigkeit
Manche Wörter bestimmen nicht unmittelbar die Art und Weise einer Handlung, sondern schränken eine andere Angabe ein oder bestimmen deren Genauigkeit näher.
Beispiele:
Ich gehe fast jeden Morgen spazieren.
Ich bin ungefähr um 3:00 Uhr angekommen.
Ich bin genau um 3:00 Uhr angekommen.
In diesen Beispielen beziehen sich fast, ungefähr und genau nicht unmittelbar auf die Handlungen spazieren gehen oder ankommen.
fast schränkt die Häufigkeitsangabe jeden Morgen ein:
jeden Morgen → fast jeden Morgen
ungefähr kennzeichnet eine Zeitangabe als Annäherung:
um 3:00 Uhr → ungefähr um 3:00 Uhr
genau kennzeichnet dagegen ihre Genauigkeit:
um 3:00 Uhr → genau um 3:00 Uhr
Damit zeigt sich, dass die traditionell unter modalen oder ähnlichen Kategorien zusammengefassten Angaben nicht alle dieselbe Beziehung zur Wirklichkeit oder zum Geschehen ausdrücken.
Unser Modell kann deshalb genauer unterscheiden zwischen:
Art und Weise → langsam, leise, sorgfältig
Einstellung oder Vorliebe → gern, lieber
Einschränkung → fast
Annäherung → ungefähr
Genauigkeit → genau
5. Intensität und Vergleichsgrad
Wie bereits beim Adjektiv betrachtet wurde, nutzen Menschen Eigenschaften, um Einheiten und Geschehen hinsichtlich ihrer Unterschiede und Gemeinsamkeiten wahrzunehmen, miteinander zu vergleichen und begrifflich zu unterscheiden.
Dabei können Menschen nicht nur feststellen, welche Eigenschaft vorliegt, sondern auch, in welcher Stärke oder Ausprägung sie vorliegt.
Eine Eigenschaft kann beispielsweise als interessant wahrgenommen werden. Sie kann jedoch schwach, stark oder besonders stark ausgeprägt sein.
Auch andere Angaben können unterschiedliche Grade besitzen. Eine Handlung kann beispielsweise oft stattfinden, eine Tätigkeit kann gern ausgeführt werden oder eine Bewegung kann schnell erfolgen.
Damit müssen zwei Beziehungen unterschieden werden:
Intensität ohne ausdrücklichen Vergleich
und
Grad durch Vergleich.
Intensität ohne ausdrücklichen Vergleich
Eine Eigenschaft oder ein Zustand kann zunächst ohne nähere Bestimmung seiner Intensität ausgedrückt werden:
Das Buch ist interessant.
Das Wasser ist kalt.
Der Kaffee ist bitter.
Möchte der Sprecher die Stärke oder Ausprägung genauer bestimmen, kann er zusätzliche Angaben verwenden:
Das Buch ist sehr interessant.
Das Buch ist besonders interessant.
Das Buch ist äußerst interessant.
Das Buch ist ziemlich interessant.
Das Buch ist kaum interessant.
Der Kaffee ist etwas bitter.
Er ist völlig erschöpft.
Wörter wie sehr, besonders, äußerst, ziemlich, kaum, etwas und völlig verändern nicht die grundlegende Eigenschaft, sondern bestimmen deren Intensität oder Ausmaß näher.
Damit zeigt sich erneut, dass ein Adverb nicht unbedingt unmittelbar ein Verb näher bestimmen muss. Es kann beispielsweise auch ein Adjektiv beziehungsweise die durch dieses ausgedrückte Eigenschaft näher bestimmen:
interessant
→ sehr interessant
→ äußerst interessant
Überschreitung eines Maßes
Eine besondere Form der Gradbestimmung liegt vor, wenn eine Eigenschaft ein erwartetes, gewünschtes oder für einen bestimmten Zweck angemessenes Maß überschreitet.
Beispiele:
Der Kaffee ist zu heiß.
Die Suppe ist zu salzig.
Das Zimmer ist zu klein.
Das Auto ist zu teuer.
Das Wort zu zeigt hier nicht lediglich eine hohe Intensität an. Es setzt die Eigenschaft zu einem Maßstab oder Zweck in Beziehung.
Der Kaffee kann beispielsweise heiß sein, ohne zu heiß zu sein. Erst in Bezug auf einen bestimmten Zweck oder eine Erwartung wird das Maß überschritten:
Der Kaffee ist zu heiß, um ihn jetzt zu trinken.
Ebenso:
Der Film war zu spannend, deshalb konnte ich danach nicht schlafen.
Das Buch war zu interessant, deshalb konnte ich nicht aufhören zu lesen.
Er ist zu freundlich und wird deshalb manchmal ausgenutzt.
Bei zu wird somit eine Eigenschaft nicht nur hinsichtlich ihrer Stärke bestimmt, sondern zugleich in Beziehung zu einem erwarteten oder angemessenen Maß gesetzt.
Grad durch Vergleich
Während die Intensität eine Ausprägung zunächst innerhalb einer Aussage näher bestimmt, entsteht ein Vergleichsgrad dadurch, dass verschiedene Ausprägungen miteinander in Beziehung gesetzt werden.
Die Steigerung von Adjektiven wurde bereits im vorhergehenden Kapitel behandelt:
interessant → interessanter → am interessantesten
schnell → schneller → am schnellsten
Im Zusammenhang mit adverbialen Angaben zeigt sich jedoch, dass auch andere Beziehungen verglichen werden können.
Vergleich der Häufigkeit
Michael wird oft krank.
Richard wird öfter krank.
David wird am häufigsten krank.
Hier wird nicht der Zustand krank selbst gesteigert. Verglichen wird vielmehr, wie häufig dieser Zustand bei den verschiedenen Personen auftritt.
oft → öfter → am häufigsten
Vergleich einer Vorliebe
Er treibt gern Sport.
Ich treibe lieber Sport.
Du treibst am liebsten Sport.
Hier wird nicht die Tätigkeit Sport treiben selbst gesteigert. Verglichen wird die Vorliebe beziehungsweise Neigung, mit der sie ausgeübt wird:
gern → lieber → am liebsten
Damit können nicht nur Eigenschaften von Einheiten verglichen werden. Auch Häufigkeiten, Vorlieben, Arten und weitere Ausprägungen können sprachlich in unterschiedliche Grade gesetzt werden.
Der zugrunde liegende Erkenntnisweg bleibt dabei derselbe:
Wirklichkeit → Wahrnehmung → Vergleich → Erkenntnis von Unterschieden → sprachliche Darstellung
Intensität und Vergleichsgrad stehen somit miteinander in Beziehung, sind aber nicht dasselbe.
Intensität bestimmt die Stärke oder Ausprägung innerhalb eines gegebenen Zusammenhangs:
sehr interessant
Vergleichsgrad setzt verschiedene Ausprägungen miteinander in Beziehung:
interessanter als …
6. Konzessive Angaben
Handlungen und Vorgänge können ausgeführt beziehungsweise vollzogen werden, und Zustände können entstehen, bestehen oder auch bewusst herbeigeführt werden. Dabei können Umstände vorliegen, aufgrund derer eigentlich ein anderer Verlauf zu erwarten wäre. Dennochkann das tatsächliche Geschehen von dieser Erwartung abweichen.
Betrachten wir zunächst:
Er hilft seiner Schwester bei den Hausaufgaben.
In dieser Aussage wird kein Umstand genannt, der gegen die Handlung spricht.
Muss er sich jedoch selbst auf eine bevorstehende Prüfung vorbereiten oder steht er unter Zeitdruck, wäre zu erwarten, dass er seine verfügbare Zeit für die eigene Arbeit verwendet.
Trotzdem hilft er seiner Schwester.
Dieser Gegensatz zwischen dem erwartbaren und dem tatsächlich eintretenden Geschehen kann sprachlich ausdrücklich dargestellt werden:
Er hilft seiner Schwester, obwohl er unter Zeitdruck steht.
Er hilft seiner Schwester, obgleich er seine Zeit seiner eigenen Arbeit widmen müsste.
Er hilft seiner Schwester, obschon er sich selbst auf die Klausur vorbereiten muss.
Oder:
Er steht unter Zeitdruck. Trotzdem hilft er seiner Schwester.
Er hat wenig Zeit. Dennoch hilft er ihr.
Die konzessive Beziehung lässt sich damit vereinfacht darstellen:
entgegenstehender Umstand → erwartbarer Verlauf
aber:
entgegenstehender Umstand → tatsächlicher anderer Verlauf
Zum Beispiel:
Er hat wenig Zeit.
→ Erwartung: Er hilft seiner Schwester nicht.
Er hat wenig Zeit. Trotzdem hilft er seiner Schwester.
→ Das tatsächliche Geschehen widerspricht dieser Erwartung.
Konzessive Angaben beantworten daher sinngemäß die Frage:
Trotz welcher Umstände geschieht etwas?
Typische sprachliche Mittel sind:
obwohl, obgleich, obschon, trotzdem, dennoch, gleichwohl.
Dabei gehören sie wiederum nicht alle derselben Wortart an:
trotzdem, dennoch, gleichwohl → Adverbien
obwohl, obgleich, obschon → Konjunktionen
Ihre grammatischen Formen unterscheiden sich, ihre gemeinsame kommunikative Funktion besteht jedoch darin, einen Gegensatz zwischen einem erwartbaren Verlauf und dem tatsächlich eintretenden Geschehen auszudrücken.
7. Pronominaladverbien
In einer Kommunikation muss häufig auf bereits genannte Einheiten, Handlungen, Vorgänge oder ganze Sachverhalte erneut Bezug genommen werden. Würde der Sprecher diese jedes Mal vollständig wiederholen, entstünden unnötige Wiederholungen.
Betrachten wir beispielsweise:
Ich möchte die Uhr reparieren, und für die Reparatur brauche ich mein Werkzeug.
Die Präpositionalgruppe für die Reparatur bezieht sich auf den bereits genannten Sachverhalt die Uhr reparieren. Dabei ist Reparatur die nominalisierte Form des Verbs reparieren.
Statt diesen Sachverhalt durch die Präpositionalgruppe erneut auszudrücken, kann der Sprecher sagen:
Ich möchte die Uhr reparieren, und dafür brauche ich mein Werkzeug.
Das Pronominaladverb dafür verweist auf den bereits genannten Sachverhalt zurück und vermeidet dessen erneute ausführliche Benennung.
Pronominaladverbien verbinden damit zwei Funktionen:
pronominal → sie verweisen auf etwas bereits Genanntes oder Bekanntes
adverbial → sie drücken zugleich eine bestimmte Beziehung aus, die der entsprechenden Präposition entspricht
Viele Pronominaladverbien werden nach folgendem Muster gebildet:
da + Präposition
Beispiele:
dafür, damit, danach, dagegen, darüber, daran, darauf, daraus, darin, davon, dadurch, davor, dahinter, darunter, dazwischen
Beginnt die Präposition mit einem Vokal, wird zwischen da- und der Präposition ein r eingefügt:
da + an → daran
da + auf → darauf
da + aus → daraus
da + in → darin
da + über → darüber
Funktion der Pronominaladverbien
Pronominaladverbien können auf bereits genannte oder aus dem Zusammenhang bekannte Sachen, Handlungen, Vorgänge und Sachverhalte verweisen. Dabei können sie eine Präpositionalgruppe vertreten und deren Wiederholung vermeiden.
Er interessiert sich für Physik. → Er interessiert sich dafür.
Wir sprechen über das Problem. → Wir sprechen darüber.
Sie freut sich auf den Urlaub. → Sie freut sich darauf.
Wir fahren mit dem Zug. → Wir fahren damit.
Dabei bleibt die durch die Präposition ausgedrückte Beziehung erhalten:
für Physik → dafür
über das Problem → darüber
auf den Urlaub → darauf
mit dem Zug → damit
Bei Personen wird dagegen in der Regel die Verbindung aus Präposition + Pronomen verwendet:
Ich spreche mit meinem Bruder.
→ Ich spreche mit ihm.
nicht:
→ Ich spreche damit.
Ebenso:
Ich denke an meine Schwester.
→ Ich denke an sie.
nicht:
→ Ich denke daran.
Beziehung zu Pronomen
Zwischen Pronomen und Pronominaladverbien besteht eine interessante Ähnlichkeit.
Pronomen können Nomen beziehungsweise Nominalgruppen vertreten:
Der Mann kommt. → Er kommt.
Pronominaladverbien können dagegen Präpositionalgruppen vertreten:
Ich spreche über das Problem. → Ich spreche darüber.
Vereinfacht lässt sich die Beziehung so darstellen:
Nomen/Nominalgruppe → Pronomen
Präpositionalgruppe → Pronominaladverb
Pronominaladverbien sind jedoch nicht auf eine einzige inhaltliche Funktion beschränkt. Ihre konkrete Bedeutung ergibt sich aus der Präposition, dem sprachlichen Zusammenhang und teilweise dem Verb, mit dem sie verbunden sind.
Zum Beispiel:
Danach gehe ich nach Hause.
→ temporal
Darin liegt das Geld.
→ lokal
Darum bleibe ich zu Hause.
→ kausal
Dagegen habe ich nichts.
→ Gegensatz beziehungsweise Haltung
Darüber freue ich mich.
→ Bezug auf den Gegenstand beziehungsweise Sachverhalt der Freude
Dafür brauche ich mein Werkzeug.
→ Bezug auf einen zuvor genannten Zweck oder Sachverhalt
Der Begriff Pronominaladverb beschreibt somit vor allem seine grammatische Form und verweisende Funktion. Bezeichnungen wie lokal, temporal oder kausal beschreiben dagegen die jeweilige inhaltliche Beziehung beziehungsweise Funktion im konkreten Zusammenhang.
8. Satzadverbien
Menschen können einen Sachverhalt zunächst darstellen, ohne zugleich ihre persönliche Haltung oder Einschätzung dazu auszudrücken.
Zum Beispiel:
Mein Bruder hat die Prüfung nicht bestanden.
Der Sprecher teilt hier einen Sachverhalt mit.
In einer Kommunikation möchte der Sprecher jedoch häufig zusätzlich ausdrücken, wie er den gesamten Sachverhalt bewertet, für wie wahrscheinlich er ihn hält oder welche Schlussfolgerung er daraus zieht.
Zum Beispiel:
Leider hat mein Bruder die Prüfung nicht bestanden.
Leider beschreibt hier weder das Bestehen noch das Nichtbestehen selbst. Der Sprecher bringt vielmehr seine Haltung gegenüber dem gesamten dargestellten Sachverhalt zum Ausdruck.
Man kann die beiden Ebenen unterscheiden:
Sachverhalt:
Mein Bruder hat die Prüfung nicht bestanden.
Bewertung des Sachverhalts durch den Sprecher:
Leider …
Satzadverbien beziehen sich somit nicht nur auf ein einzelnes Satzglied oder unmittelbar auf das Verb, sondern auf den gesamten Sachverhalt, den die Aussage darstellt.
Bewertung
Der Sprecher kann einen Sachverhalt positiv oder negativ bewerten:
Leider hat mein Bruder die Prüfung nicht bestanden.
Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Bedauerlicherweise konnten wir nicht teilnehmen.
Dieselbe Funktion kann auch durch andere sprachliche Mittel ausgedrückt werden:
Zum Glück ist sie heute angekommen.
Zum Glück ist kein einzelnes Adverb, erfüllt hier jedoch eine vergleichbare Funktion.
Vermutung und Wahrscheinlichkeit
Der Sprecher kann ausdrücken, für wie wahrscheinlich oder möglich er einen Sachverhalt hält:
Wahrscheinlich wird er bald verreisen.
Vermutlich kommt sie später.
Möglicherweise fällt der Unterricht aus.
Vielleicht hat er die Nachricht nicht gelesen.
Der dargestellte Sachverhalt wird dadurch nicht verändert. Der Sprecher kennzeichnet vielmehr seine Einschätzung hinsichtlich dessen Gültigkeit oder Wahrscheinlichkeit.
Schlussfolgerung
Ein Sprecher kann aufgrund seiner Wahrnehmungen, seines Wissens oder anderer Informationen eine Schlussfolgerung über einen Sachverhalt ausdrücken:
Offenbar wollte er am Wettbewerb nicht teilnehmen.
Offensichtlich hat sie den Termin vergessen.
Anscheinend ist niemand zu Hause.
Der Sprecher stellt damit zugleich dar, dass seine Aussage auf einer Schlussfolgerung aus bestimmten Anhaltspunkten beruht.
Sicherheit und Überzeugung
Der Sprecher kann außerdem ausdrücken, wie sicher er sich hinsichtlich eines Sachverhalts ist:
Sicher wird er kommen.
Bestimmt hat sie die Aufgabe erledigt.
Zweifellos ist diese Frage wichtig.
Hier wird die Aussage mit der Gewissheit oder Überzeugung des Sprechers verbunden.
Satzadverbien zeigen damit besonders deutlich, dass Sprache nicht nur dazu dient, Sachverhalte der Wirklichkeit darzustellen. Menschen können zugleich ausdrücken, wie sie einen dargestellten Sachverhalt bewerten, einschätzen oder beurteilen.
Vereinfacht lässt sich diese Beziehung darstellen:
Wirklichkeit → erkannter Sachverhalt → sprachliche Darstellung
und zusätzlich:
Sprecher → Bewertung / Einschätzung / Schlussfolgerung → dargestellter Sachverhalt
9. Gemeinsames Grundmuster
Die bisher behandelten Gruppen unterscheiden sich in ihrer Bedeutung und grammatischen Form. Dennoch beruhen sie auf einem gemeinsamen Grundmuster.
Der Mensch nimmt Einheiten, Eigenschaften, Handlungen, Vorgänge, Zustände und deren Beziehungen in der Wirklichkeit wahr und kann daraus erkannte Sachverhalte sprachlich darstellen.
Eine einfache Aussage kann dabei bereits genügen:
Ich schlafe.
Je nach Kommunikationssituation kann jedoch das Bedürfnis entstehen, den dargestellten Sachverhalt näher einzuordnen, zu bestimmen, mit anderen Sachverhalten in Beziehung zu setzen oder aus der Sicht des Sprechers zu bewerten und einzuschätzen.
So kann eine einfache Aussage schrittweise erweitert werden:
Ich schlafe.
Ich schlafe hier.
→ räumliche Einordnung
Ich schlafe morgens.
→ zeitliche Einordnung
Ich schlafe tagsüber, weil ich nachts gearbeitet habe.
→ kausale Beziehung
Ebenso können Eigenschaften näher bestimmt oder verglichen werden:
Das Buch ist interessant.
Das Buch ist sehr interessant.
→ Intensität
Dieses Buch ist interessanter.
→ Vergleich
Auch Beziehungen zwischen einer Erwartung und dem tatsächlichen Geschehen oder die Haltung des Sprechers können ausgedrückt werden:
Er hat wenig Zeit. Trotzdem hilft er seiner Schwester.
→ konzessive Beziehung
Leider ist das Buch bereits ausverkauft.
→ Bewertung des Sachverhalts
Die Sprache stellt für solche unterschiedlichen Beziehungen und Kommunikationsbedürfnisse verschiedene grammatische Mittel zur Verfügung.
Das Grammatikmodell beginnt deshalb nicht mit einer Liste von Adverbien. Es geht zunächst von den Beziehungen der Wirklichkeit, ihrer menschlichen Erkenntnis und den daraus entstehenden Kommunikationsbedürfnissen aus. Erst anschließend wird untersucht, mit welchen grammatischen Mitteln diese sprachlich dargestellt werden.
Vereinfacht ergibt sich damit:
Wirklichkeit → Wahrnehmung und Erkenntnis → Kommunikationsbedürfnis → sprachliche Funktion → grammatisches Mittel
Rückblick
Handlungen, Vorgänge und Zustände sowie ganze Sachverhalte stehen in der Wirklichkeit nicht isoliert, sondern in vielfältigen Beziehungen zu anderen Einheiten und Sachverhalten. Menschen nehmen solche Beziehungen wahr, erkennen ihre Bedeutung und können sie entsprechend ihren Kommunikationsbedürfnissen sprachlich ausdrücken.
Eine einfache Aussage kann dabei bereits vollständig genügen:
Ich schlafe.
Je nach Situation können jedoch weitere Informationen erforderlich oder erwünscht sein. Der Sprecher kann ein Geschehen beispielsweise räumlich oder zeitlich einordnen, seinen Grund oder seine Art und Weise angeben, seine Intensität näher bestimmen oder unterschiedliche Ausprägungen miteinander vergleichen. Ebenso kann er Beziehungen zwischen einem erwartbaren und dem tatsächlich eintretenden Geschehen ausdrücken.
Darüber hinaus kann der Sprecher nicht nur Informationen über einen Sachverhalt geben, sondern auch seine eigene Bewertung, Einschätzung, Vermutung oder Gewissheit gegenüber diesem Sachverhalt zum Ausdruck bringen.
Für die grammatische Betrachtung muss dabei zwischen sprachlicher Funktion und grammatischem Mittel unterschieden werden.
Eine adverbiale Funktion kann durch unterschiedliche Mittel ausgedrückt werden, beispielsweise durch ein Adverb, ein adverbial verwendetes Adjektiv, eine Präpositionalgruppe oder einen Nebensatz. Umgekehrt können Adverbien je nach Zusammenhang unterschiedliche Funktionen übernehmen.
Das Adverb als Wortart darf deshalb nicht mit der adverbialen Angabe als Funktion im Satz gleichgesetzt werden.
Für unser Modell ergibt sich daraus der grundlegende Zusammenhang:
Wirklichkeit → Wahrnehmung und Erkenntnis → Kommunikationsbedürfnis → sprachliche Funktion → grammatisches Mittel Adverbien und adverbiale Angaben erweitern damit die Möglichkeiten der Sprache, indem sie Geschehen und Sachverhalte näher bestimmen, sie in räumliche, zeitliche, kausale und weitere Beziehungen einordnen und die Haltung oder Einschätzung des Sprechers gegenüber ihnen ausdrücken können.
Autor: Khyal Aryubi
Version: 1.0
Veröffentlicht: 27.08.2026
Lizenz: CC BY-NC 4.0
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