Kapitel 17
Textebene
Einleitung
Die Wirklichkeit besteht nicht aus voneinander losgelösten Einheiten und Erscheinungen. Einheiten besitzen Eigenschaften, führen Handlungen aus, sind an Vorgängen beteiligt, befinden sich in bestimmten Zuständen und stehen in vielfältigen Beziehungen zueinander. Dadurch entstehen Sachverhalte und größere Zusammenhänge, die Menschen wahrnehmen, erkennen und gedanklich erfassen können.
Um über ihre Wahrnehmungen, Erkenntnisse, Erfahrungen und Vorstellungen zu kommunizieren, verwenden Menschen sprachliche Mittel. Wörter und andere sprachliche Einheiten ermöglichen es ihnen, Einheiten und Erscheinungen der Wirklichkeit sowie deren Eigenschaften, Handlungen, Vorgänge, Zustände und Beziehungen sprachlich zu erfassen und zu bezeichnen.
Für die Darstellung eines Sachverhalts reicht es jedoch nicht aus, einzelne Wörter lediglich nebeneinanderzustellen. Sie müssen in bestimmte grammatische Beziehungen zueinander gebracht werden. Auf der Satzebene können sprachliche Mittel so miteinander verbunden werden, dass ein Sachverhalt sprachlich dargestellt wird:
Herr Müller ist Lehrer.
Dieser Satz ist grammatisch vollständig und vermittelt einen verständlichen Inhalt. Er kann jedoch nur einen begrenzten Ausschnitt dessen ausdrücken, was über Herrn Müller mitgeteilt werden könnte. Möchten wir beispielsweise etwas über seine berufliche Tätigkeit erfahren, können weitere Fragen entstehen:
An welcher Schule unterrichtet er?
Welche Fächer unterrichtet er?
Was hat er studiert?
Seit wann arbeitet er als Lehrer?
Welche Erfahrungen und Kompetenzen besitzt er?
Auch Sachverhalte stehen häufig nicht losgelöst voneinander. Sie können zeitlich, räumlich, kausal oder auf andere Weise miteinander verbunden sein und dadurch größere und vielfältigere Zusammenhänge bilden. Soll ein solcher Zusammenhang sprachlich dargestellt, erklärt, beschrieben oder erörtert werden, reicht ein einzelner Satz häufig nicht aus.
Menschen verbinden deshalb mehrere Sätze und Äußerungen miteinander und beziehen sie inhaltlich aufeinander. Dabei werden Informationen ausgewählt, geordnet, wiederaufgenommen, miteinander verknüpft und auf einen gemeinsamen Kommunikationsgegenstand oder ein gemeinsames Thema bezogen.
Ein Text ist daher nicht lediglich eine Aneinanderreihung von Sätzen. Mehrere grammatisch vollständige und für sich verständliche Sätze bilden noch nicht automatisch einen zusammenhängenden Text. Vergleichen wir:
Herr Müller ist Lehrer. Er unterrichtet Deutsch und Geschichte. Seit zwölf Jahren arbeitet er an derselben Schule.
und:
Herr Müller ist Lehrer. Wasser gefriert bei null Grad. Mein Fahrrad steht im Keller.
In beiden Fällen liegen grammatisch mögliche und verständliche Sätze vor. Im ersten Beispiel stehen die einzelnen Aussagen jedoch in einem erkennbaren Zusammenhang und beziehen sich auf einen gemeinsamen Kommunikationsgegenstand. Im zweiten Beispiel fehlt ohne einen weiteren Kontext zunächst ein solcher Zusammenhang.
Damit gelangen wir von der Satzebene zu einer umfassenderen sprachlichen Ebene: der Textebene.
Ein Text kann in der Kommunikation insbesondere dazu dienen,
- mehrere Sätze und Äußerungen zu einer thematisch zusammenhängenden Einheit zu verbinden,
- mehrere miteinander zusammenhängende Sachverhalte darzustellen und miteinander zu verknüpfen,
- einen umfassenderen kommunikativen Zweck zu verfolgen und
- Wissen, Erfahrungen, Gedanken, Vorstellungen oder Absichten geordnet zu vermitteln.
Auf der Textebene geht es somit nicht mehr allein darum, wie einzelne Sätze aufgebaut sind, sondern darum, wie sprachliche Äußerungen ausgewählt, geordnet und miteinander verbunden werden, sodass sie gemeinsam einen inhaltlich und kommunikativ zusammenhängenden Text bilden.
Von sprachlichen Mitteln zum Text
| Ebene | Leistung innerhalb der Kommunikation |
| Wort und andere sprachliche Mittel | Einheiten und Erscheinungen sowie Eigenschaften, Handlungen, Vorgänge, Zustände und Beziehungen sprachlich erfassen, bezeichnen oder ausdrücken; sprachliche Bausteine für Sätze bereitstellen |
| Satz | Sachverhalte und andere kommunikative Inhalte sprachlich ausdrücken; sprachliche Baueinheit für umfassendere Äußerungs- und Textzusammenhänge bilden |
| Text | mehrere Sätze und Äußerungen zu einer thematisch zusammenhängenden Einheit verbinden; miteinander zusammenhängende Sachverhalte darstellen und verknüpfen; einen umfassenderen kommunikativen Zweck verfolgen; Wissen, Erfahrungen, Gedanken, Vorstellungen oder Absichten geordnet vermitteln |
1. Kohärenz – inhaltlicher Zusammenhang
Wie bereits erklärt, können mehrere Sachverhalte miteinander in Zusammenhang und Beziehung stehen. Diese Zusammenhänge können unterschiedlicher Art sein. Ereignisse können einer zeitlichen Reihenfolge folgen, an bestimmten Orten stattfinden, in Ursache-Wirkungs-Beziehungen stehen oder zu einem gemeinsamen Thema gehören.
Wenn Menschen über solche Sachverhalte sprechen oder schreiben, können sie diese Zusammenhänge sprachlich darstellen. Sie wählen bestimmte Informationen aus und ordnen ihre Aussagen so, dass der Hörer oder Leser einen Zusammenhang zwischen den dargestellten Inhalten erkennen kann.
Ein Text ist deshalb keine zufällige Aneinanderreihung einzelner Sätze. Seine Aussagen stehen in einem inhaltlichen Zusammenhang und können gemeinsam eine übergeordnete thematische Einheit bilden. Diesen inhaltlichen Zusammenhang eines Textes bezeichnet man als Kohärenz.
Betrachten wir beispielsweise folgenden kurzen Text:
Der Hund hat Hunger. Anna holt sein Futter und füllt den Futternapf. Anschließend stellt sie ihm den Napf hin.
Obwohl die einzelnen Sachverhalte in verschiedenen Sätzen ausgedrückt werden, erkennen wir zwischen ihnen einen Zusammenhang. Dieser Zusammenhang lässt sich unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten.
Thematischer Zusammenhang
Alle drei Sätze beziehen sich auf ein gemeinsames Thema: die Versorgung des hungrigen Hundes. Die einzelnen Aussagen stellen unterschiedliche, aber miteinander zusammenhängende Sachverhalte dar und bilden dadurch eine thematische Einheit.
Zeitlicher Zusammenhang
Die dargestellten Ereignisse folgen einer nachvollziehbaren zeitlichen Reihenfolge:
Zuerst hat der Hund Hunger.
Dann holt Anna das Futter und füllt den Futternapf.
Anschließend stellt sie dem Hund den Napf hin.
Die zeitliche Ordnung trägt dazu bei, dass der Hörer oder Leser den Handlungsablauf nachvollziehen kann.
Räumlicher Zusammenhang
Auch ein gemeinsamer räumlicher Bezug kann zur Kohärenz eines Textes beitragen. Wenn mehrere dargestellte Handlungen oder Ereignisse am selben Ort oder in räumlicher Beziehung zueinander stattfinden, können sie dadurch miteinander verbunden sein.
In unserem Beispiel können wir aufgrund der dargestellten Situation annehmen, dass sich Anna, der Hund und der Futternapf in einem gemeinsamen räumlichen Zusammenhang befinden. Der genaue Ort muss dabei nicht ausdrücklich genannt werden.
Ursache-Wirkungs-Zusammenhang
Zwischen den dargestellten Sachverhalten kann außerdem ein ursächlicher Zusammenhang bestehen:
Der Hund hat Hunger.
Deshalb gibt Anna ihm Futter.
Der Hunger des Hundes bildet in dieser Situation den Anlass beziehungsweise die Ursache für Annas Handlung. Eine solche Beziehung verbindet unterschiedliche Sachverhalte zu einem nachvollziehbaren Zusammenhang.
Die Rolle des Weltwissens
Der Hörer oder Leser erschließt den Zusammenhang eines Textes nicht allein aus den ausdrücklich formulierten Informationen. Dabei kann auch sein Wissen über die Wirklichkeit eine wichtige Rolle spielen.
Er weiß beispielsweise, dass hungrige Hunde gewöhnlich gefüttert werden, dass Futter in einen Futternapf gegeben werden kann und dass der gefüllte Napf anschließend dem Hund hingestellt werden kann.
Dieses Weltwissen hilft dem Hörer oder Leser, Beziehungen zwischen den dargestellten Sachverhalten zu erkennen, auch wenn diese nicht vollständig sprachlich ausgedrückt werden.
Kohärenz entsteht beim Verstehen somit aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
sprachlich dargestellte Inhalte + Beziehungen zwischen den Inhalten + Wissen des Hörers oder Lesers → erschlossener inhaltlicher Zusammenhang
Fehlende Kohärenz
Vergleichen wir:
Der Hund hat Hunger.
Die Ampel schaltet auf Rot.
Beide Sätze sind grammatisch richtig und für sich genommen verständlich. Ohne einen weiteren Zusammenhang stellen sie jedoch unterschiedliche Sachverhalte dar, zwischen denen zunächst keine erkennbare thematische, zeitliche, räumliche, kausale oder andere inhaltliche Beziehung besteht.
Die bloße Aneinanderreihung grammatisch vollständiger Sätze genügt daher nicht, um einen zusammenhängenden Text entstehen zu lassen.
Allerdings ist dabei Vorsicht notwendig: Ein Zusammenhang kann durch einen größeren Kontext entstehen, der in zwei isoliert betrachteten Sätzen noch nicht erkennbar ist. Fehlende Kohärenz bedeutet daher nicht notwendigerweise, dass die bezeichneten Erscheinungen in der Wirklichkeit keinerlei Beziehung zueinander besitzen, sondern dass für den Hörer oder Leser im gegebenen Textzusammenhang keine sinnvolle Beziehung zwischen den Aussagen erkennbar ist.
Grundprinzip
Die Wirklichkeit enthält vielfältige Einheiten, Erscheinungen und Sachverhalte, die miteinander in Beziehung stehen können. Menschen nehmen solche Beziehungen wahr, erkennen und ordnen sie und können sie sprachlich darstellen.
Auf der Textebene werden einzelne Aussagen so aufeinander bezogen, dass der Hörer oder Leser zwischen ihren Inhalten einen sinnvollen Zusammenhang erschließen kann. Dabei wirken die sprachlich dargestellten Informationen, ihre Beziehungen zueinander, die Kommunikationssituation und das Wissen des Hörers oder Lesers zusammen.
Kohärenz ist somit der inhaltliche Zusammenhang eines Textes, durch den seine einzelnen Aussagen als Bestandteile eines übergeordneten sinnvollen Ganzen verstanden werden können.
2. Kohäsion – sprachlicher Zusammenhang
Im vorherigen Abschnitt wurde gezeigt, dass die Aussagen eines Textes in einem inhaltlichen Zusammenhang stehen können. Der Hörer oder Leser verbindet die dargestellten Inhalte miteinander und erschließt daraus ein übergeordnetes sinnvolles Ganzes. Diesen inhaltlichen Zusammenhang bezeichnet man als Kohärenz.
Ein Text kann seinen Zusammenhang jedoch auch durch sprachliche Mittel sichtbar machen. Wörter, Satzteile, Sätze und größere Textabschnitte können sprachlich aufeinander bezogen und miteinander verknüpft werden. Diesen sprachlich hergestellten Zusammenhang innerhalb eines Textes bezeichnet man als Kohäsion.
Kohärenz und Kohäsion betrachten den Textzusammenhang somit aus unterschiedlichen Perspektiven:
Kohärenz → inhaltlicher Zusammenhang
Kohäsion → sprachliche Verknüpfung
Kohäsion entsteht durch grammatische und lexikalische Mittel, mit denen Bezüge zwischen verschiedenen Bestandteilen eines Textes hergestellt oder kenntlich gemacht werden.
Zu den wichtigen Kohäsionsmitteln gehören beispielsweise:
- Wiederaufnahme durch Pronomen und andere Verweisausdrücke
- Wiederholung von Wörtern und Ausdrücken
- lexikalische Beziehungen, beispielsweise durch Synonyme, Ober- und Unterbegriffe oder bedeutungsverwandte Wörter
- Konnektoren wie Konjunktionen und Konjunktionaladverbien
- weitere grammatische und lexikalische Mittel, durch die Beziehungen zwischen verschiedenen Teilen eines Textes hergestellt werden
Betrachten wir beispielsweise:
Anna hat einen Hund. Er ist sehr verspielt. Deshalb geht Anna jeden Nachmittag mit ihm spazieren.
Die drei Sätze stehen bereits in einem erkennbaren inhaltlichen Zusammenhang. Zugleich wird dieser Zusammenhang durch verschiedene sprachliche Mittel kenntlich gemacht.
Das Pronomen er nimmt den zuvor genannten Hund wieder auf. Auch das Pronomen ihm verweist auf denselben Hund. Das Konjunktionaladverb deshalb stellt ausdrücklich eine Beziehung zwischen der Verspieltheit des Hundes und der folgenden Aussage über den Spaziergang her.
Es entsteht dadurch ein Netz sprachlicher Bezüge:
einen Hund → er → ihm
und:
Er ist sehr verspielt. → deshalb → geht Anna … mit ihm spazieren.
Solche sprachlichen Verknüpfungen helfen dem Hörer oder Leser dabei, Beziehungen zwischen verschiedenen Bestandteilen des Textes zu erkennen und den Text als zusammenhängende Einheit zu verstehen.
Wiederaufnahme und Wiederholung
Kohäsion entsteht nicht nur durch Pronomen oder Konnektoren. Auch die Wiederholung eines Ausdrucks kann einen Text sprachlich zusammenhalten:
Anna hat einen Hund. Der Hund ist sehr verspielt. Anna geht jeden Nachmittag mit dem Hund spazieren.
Der Ausdruck der Hund nimmt in den folgenden Sätzen denselben zuvor eingeführten Referenten wieder auf. Auch die Wiederholung stellt deshalb einen sprachlichen Zusammenhang her.
Allerdings kann eine zu häufige Wiederholung stilistisch schwerfällig wirken. Durch andere Bezugsmittel kann derselbe Zusammenhang häufig flüssiger ausgedrückt werden:
Anna hat einen Hund. Er ist sehr verspielt. Deshalb geht sie jeden Nachmittag mit ihm spazieren.
Hier sorgen die Pronomen er, sie und ihm sowie das Konjunktionaladverb deshalb für zusätzliche sprachliche Verknüpfungen.
Kohäsion bedeutet daher nicht, Wiederholungen grundsätzlich zu vermeiden. Entscheidend ist, dass die sprachlichen Mittel klare und nachvollziehbare Bezüge innerhalb des Textes herstellen.
Fehlende oder unklare Kohäsion
Sprachliche Verknüpfungen können fehlen oder so verwendet werden, dass ihre Bezüge unklar werden.
Betrachten wir:
Anna sprach mit Maria über ihre Prüfung. Danach erzählte sie ihrer Mutter davon.
Die Pronomen ihre und sie stellen zwar sprachliche Bezüge her, doch ohne weiteren Kontext kann unklar bleiben, auf welche Person sie sich jeweils beziehen.
Dieses Beispiel zeigt, dass das bloße Vorhandensein von Kohäsionsmitteln noch keinen eindeutig verständlichen Text garantiert. Die sprachlichen Verweise müssen für den Hörer oder Leser möglichst klar erschließbar sein.
Kohäsion betrifft somit nicht nur die Anzahl sprachlicher Verknüpfungen, sondern auch ihre Verständlichkeit und ihre Beziehungen innerhalb des Textes.
Zusammenspiel von Kohärenz und Kohäsion
Kohärenz und Kohäsion wirken beim Aufbau und Verstehen eines Textes zusammen, sind jedoch nicht dasselbe.
Die Kohärenz betrifft den inhaltlichen Zusammenhang, den der Hörer oder Leser zwischen den dargestellten Inhalten erschließt. Die Kohäsion betrifft die sprachlichen Mittel, mit denen Beziehungen zwischen verschiedenen Bestandteilen des Textes hergestellt oder sichtbar gemacht werden.
Ein Text kann einen erkennbaren inhaltlichen Zusammenhang besitzen, obwohl nur wenige Beziehungen ausdrücklich sprachlich markiert sind. Umgekehrt können Sätze durch Pronomen, Konjunktionen oder andere Mittel formal miteinander verbunden sein, ohne deshalb bereits einen sinnvollen inhaltlichen Zusammenhang zu bilden.
Kohäsion kann dem Hörer oder Leser daher helfen, die Kohärenz eines Textes zu erschließen, garantiert sie aber nicht.
Grundprinzip
Menschen stellen in Texten nicht nur einzelne Inhalte dar, sondern beziehen diese Inhalte aufeinander. Dabei können sie grammatische und lexikalische Mittel verwenden, um Beziehungen zwischen verschiedenen Bestandteilen des Textes sprachlich kenntlich zu machen.
Kohäsion ist der sprachlich hergestellte Zusammenhang eines Textes. Sie entsteht durch grammatische und lexikalische Mittel, die Wörter, Satzteile, Sätze oder größere Textabschnitte aufeinander beziehen und miteinander verknüpfen.
Kohärenz und Kohäsion ergänzen sich dabei: Kohärenz betrifft den inhaltlich erschlossenen Zusammenhang, Kohäsion dessen sprachliche Verknüpfung.
3. Thema, Rhema
Ein zusammenhängender Text entwickelt seinen Inhalt gewöhnlich Schritt für Schritt. Der Sprecher oder Schreiber knüpft an bestimmte Inhalte an, macht sie zum Ausgangspunkt einer Mitteilung und fügt weitere Informationen hinzu.
Dabei können wir zunächst zwischen dem Thema eines Textes und der Thema-Rhema-Gliederung einzelner Aussagen unterscheiden.
Das Thema eines Textes
Ein Text besitzt gewöhnlich einen übergeordneten Gegenstand, auf den sich seine Aussagen beziehen. Diesen Gegenstand bezeichnet man als Thema des Textes.
Ein Text kann beispielsweise von einem Waldbrand handeln:
Das Feuer breitete sich schnell aus. Die Feuerwehr rückte am Abend an. Mehrere Straßen wurden gesperrt.
Die einzelnen Sätze stellen unterschiedliche Sachverhalte dar. Gemeinsam entwickeln sie jedoch einen größeren inhaltlichen Zusammenhang: das Geschehen um den Waldbrand.
Das Thema des Textes lässt sich mit der Frage erschließen:
Wovon handelt der Text?
Innerhalb dieses übergeordneten Zusammenhangs werden einzelne Mitteilungen gemacht. Dabei können bestimmte Inhalte als Ausgangspunkt dienen und durch weitere Informationen ergänzt werden.
Thema und Rhema einer Aussage
Das Thema bildet den Ausgangspunkt einer Mitteilung. Das Rhema enthält die Information, die über diesen Ausgangspunkt mitgeteilt wird.
Vereinfacht können wir fragen:
Thema: Worüber wird etwas mitgeteilt?
Rhema: Was wird darüber mitgeteilt?
Betrachten wir:
Das Feuer hat sich sehr schnell ausgebreitet.
Wenn bereits über das Feuer gesprochen wird, bildet das Feuer den Ausgangspunkt der Mitteilung und damit das Thema. Darüber wird mitgeteilt:
hat sich sehr schnell ausgebreitet
Diese Information bildet das Rhema.
Betrachten wir einen weiteren Satz:
Die Feuerwehr hat das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht.
Wenn nun die Feuerwehr den Ausgangspunkt der Mitteilung bildet, ist sie das Thema. Die darüber mitgeteilte Information
hat das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht
bildet das Rhema.
Thema und Rhema beschreiben somit, von welchem Ausgangspunkt eine Mitteilung entwickelt wird und welche Information darüber vermittelt wird.
Thema und Kommunikationszusammenhang
Welche Information als Thema und welche als Rhema verstanden wird, hängt wesentlich vom Kommunikationszusammenhang ab.
Vergleichen wir:
Was geschah mit dem Feuer?
Das Feuer hat sich sehr schnell ausgebreitet.
Die Frage richtet die Aufmerksamkeit bereits auf das Feuer. Die Antwort knüpft daran an und teilt mit, was mit ihm geschah.
Bei einer anderen Frage verändert sich der Ausgangspunkt:
Was hat sich sehr schnell ausgebreitet?
Das Feuer hat sich sehr schnell ausgebreitet.
Nun wird gerade danach gefragt, was sich ausgebreitet hat. Die Information das Feuer liefert die gesuchte Antwort.
Obwohl der Antwortsatz in beiden Fällen grammatisch gleich aufgebaut ist, übernimmt er innerhalb des jeweiligen Kommunikationszusammenhangs eine unterschiedliche Aufgabe. Thema und Rhema ergeben sich daher nicht allein aus dem grammatischen Satzbau, sondern aus dem Zusammenspiel von sprachlicher Form und Kommunikationszusammenhang.
Thema und Satzglieder
In vielen Aussagesätzen bildet das Subjekt zugleich den Ausgangspunkt der Mitteilung:
Der Hund schläft.
Anna liest ein Buch.
Die Kinder spielen im Garten.
Thema und Subjekt sind jedoch nicht dasselbe. Ein Sprecher kann seine Mitteilung auch von einem anderen Inhalt aus entwickeln:
Heute fährt Anna nach Berlin.
Das Subjekt des Satzes ist Anna. Die Zeitangabe heute steht jedoch am Anfang und kann im entsprechenden Zusammenhang als Ausgangspunkt der Mitteilung dienen.
Auch ein anderer Inhalt kann an diese Stelle treten:
Nach Berlin fährt Anna heute.
Hier kann nach Berlin den Ausgangspunkt bilden, von dem aus anschließend mitgeteilt wird, wer dorthin fährt und wann dies geschieht.
Die Wortstellung kann somit dazu beitragen, einen bestimmten Inhalt als Ausgangspunkt einer Mitteilung hervorzuheben. Welche Funktion ein Satzglied innerhalb der Mitteilung übernimmt, lässt sich jedoch erst aus seinem jeweiligen Kommunikationszusammenhang erschließen.
Thema und Rhema im Text
Für die Entwicklung eines Textes ist besonders wichtig, dass bereits eingeführte Inhalte wiederaufgenommen und durch weitere Informationen ergänzt werden können.
Betrachten wir:
Anna hat einen neuen Hund. Der Hund heißt Bello. Bello ist erst sechs Monate alt.
Im ersten Satz wird ein neuer Hund eingeführt. Im folgenden Satz wird der Hund wiederaufgenommen und zum Ausgangspunkt einer neuen Mitteilung. Dabei erfahren wir seinen Namen: Bello.
Im dritten Satz wird Bello erneut aufgegriffen und wiederum zum Ausgangspunkt:
Bello → ist erst sechs Monate alt.
Auf diese Weise kann eine neu eingeführte Information im weiteren Textverlauf wiederaufgenommen und zum Thema einer folgenden Mitteilung werden.
Der Zusammenhang lässt sich vereinfacht darstellen:
Einführung eines Inhalts → Wiederaufnahme als Thema → Ergänzung durch ein Rhema → erneute Wiederaufnahme → weitere Information
Dadurch können aufeinanderfolgende Aussagen an bereits eingeführte Inhalte anknüpfen und den Text schrittweise weiterentwickeln.
Grundprinzip
Thema und Rhema beschreiben die kommunikative Gliederung einer Mitteilung. Das Thema bildet ihren Ausgangspunkt, während das Rhema die Information enthält, die über diesen Ausgangspunkt mitgeteilt wird.
Im Verlauf eines Textes können neu eingeführte Inhalte wiederaufgenommen und zu Ausgangspunkten weiterer Mitteilungen werden. Dadurch entsteht eine fortschreitende Entwicklung:
Thema → Rhema → Wiederaufnahme → neues Thema → weiteres Rhema
Auf diese Weise trägt die Thema-Rhema-Gliederung dazu bei, dass einzelne Aussagen aneinander anknüpfen und sich der Inhalt eines Textes Schritt für Schritt entfaltet.
4. Aufbau und Gliederung von Texten
Texte werden gesprochen oder geschrieben, um in einer bestimmten Kommunikationssituation einen Zweck zu erfüllen. Besonders bei umfangreicheren Texten reicht es deshalb nicht aus, einzelne Gedanken lediglich in der Reihenfolge ihres Auftretens aneinanderzureihen. Die Informationen müssen ausgewählt, geordnet und so miteinander verbunden werden, dass sich ein nachvollziehbarer Gesamtaufbau ergibt.
Der Aufbau eines Textes lässt sich mit dem Bau eines Hauses vergleichen. Bevor ein Haus gebaut wird, werden sein Zweck und seine Gestalt geplant. Anschließend wird ein tragfähiges Fundament geschaffen, auf dem die weiteren Teile aufbauen. Die einzelnen Bauteile müssen dabei so angeordnet und miteinander verbunden werden, dass am Ende ein zusammenhängendes Ganzes entsteht.
Ähnlich kann auch ein Text geplant und aufgebaut werden. Der Sprecher oder Schreiber überlegt, was er mitteilen möchte, welchen Zweck er verfolgt, welche Informationen dafür notwendig sind und in welcher Reihenfolge sie dargestellt werden sollen. Anschließend werden die einzelnen Inhalte sprachlich ausgearbeitet und miteinander verbunden.
Bei sorgfältig vorbereiteten Texten endet dieser Prozess nicht mit dem ersten Entwurf. Der Text kann überprüft und überarbeitet werden. Dabei lässt sich beispielsweise feststellen, ob wichtige Informationen fehlen, unnötige Wiederholungen vorkommen, Übergänge verständlich sind und der gesamte Aufbau dem Kommunikationszweck entspricht.
Ein häufiges Grundmuster besonders umfangreicher und planmäßig aufgebauter Texte besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Zwischen den einzelnen Teilen sorgen Übergänge dafür, dass sich der Gedankengang nachvollziehbar entwickelt.
Die Einleitung
Die Einleitung eröffnet den Text und führt den Hörer oder Leser an seinen Gegenstand heran. Sie schafft einen Ausgangspunkt für die folgenden Informationen und erleichtert den Zugang zum Thema.
Je nach Text und Kommunikationszweck kann eine Einleitung unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Sie kann den Anlass der Mitteilung nennen, eine Ausgangssituation schildern, eine Frage aufwerfen, ein Problem darstellen oder das Thema unmittelbar vorstellen.
Beispielsweise könnte ein Text über die Nutzung künstlicher Intelligenz im Unterricht mit einer Frage beginnen:
Welche Aufgaben kann künstliche Intelligenz im Unterricht übernehmen, und wo liegen ihre Grenzen?
Eine solche Einleitung führt unmittelbar zum Gegenstand des Textes und eröffnet zugleich einen gedanklichen Rahmen für die folgenden Ausführungen.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, zunächst eine Situation darzustellen:
Digitale Hilfsmittel gehören inzwischen zum Alltag vieler Schülerinnen und Schüler. Mit der zunehmenden Verbreitung künstlicher Intelligenz entstehen auch für den Unterricht neue Möglichkeiten und neue Fragen.
Hier wird das Thema schrittweise vorbereitet und in einen größeren Zusammenhang eingeordnet.
Eine Einleitung muss daher nicht alle später behandelten Inhalte bereits ausführlich darstellen. Ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, einen geeigneten Zugang zum Text zu schaffen, seinen Gegenstand erkennbar zu machen und den Übergang zu den folgenden Ausführungen vorzubereiten.
Der Hauptteil
Im Hauptteil wird der Gegenstand des Textes schrittweise entwickelt. Hier werden je nach Text und Kommunikationszweck Informationen vermittelt, Ereignisse dargestellt, Zusammenhänge erklärt, Sachverhalte beschrieben, Beispiele angeführt oder Argumente entwickelt.
Bei umfangreicheren Texten werden die Gedanken gewöhnlich in Absätze gegliedert. Ein Absatz behandelt einen bestimmten Teilaspekt, entwickelt einen Gedanken weiter oder erfüllt eine bestimmte Aufgabe innerhalb des Gedankengangs. Dadurch wird der Inhalt in überschaubare Einheiten gegliedert.
Die einzelnen Absätze stehen dabei nicht isoliert nebeneinander. Sie bauen aufeinander auf, ergänzen oder erläutern einander und entwickeln gemeinsam den Gegenstand des Textes weiter.
Ein sinnvoll aufgebauter Hauptteil führt den Hörer oder Leser somit Schritt für Schritt durch die wesentlichen Informationen und Gedanken und entwickelt den Gegenstand entsprechend dem Kommunikationszweck des Textes.
Die Übergänge
Zwischen der Einleitung und dem Hauptteil, zwischen den einzelnen Abschnitten sowie zwischen dem Hauptteil und dem Schluss sollten nachvollziehbare Übergänge bestehen.
Übergänge verbinden aufeinanderfolgende Gedanken und Textteile miteinander. Sie zeigen, wie eine neue Information aus dem Vorhergehenden hervorgeht, daran anknüpft oder den Gedankengang in eine neue Richtung weiterführt. Dadurch erleichtern sie dem Hörer oder Leser, der Entwicklung des Textes zu folgen.
Ein Übergang kann durch sprachliche Mittel ausdrücklich kenntlich gemacht werden:
Zunächst betrachten wir die Ursachen des Problems. Anschließend untersuchen wir seine Folgen.
Diese Entwicklung bietet verschiedene Vorteile. Allerdings entstehen dadurch auch neue Schwierigkeiten.
Der Zusammenhang kann sich aber auch ohne ein ausdrückliches Übergangswort aus der inhaltlichen Entwicklung ergeben. Entscheidend ist, dass der Wechsel von einem Gedanken oder Textabschnitt zum nächsten für den Hörer oder Leser nachvollziehbar bleibt.
Gut gestaltete Übergänge tragen dadurch dazu bei, dass der Gedankengang durch den gesamten Text hindurch erkennbar bleibt. Diesen fortlaufenden Zusammenhang bezeichnet man bildlich häufig als den „roten Faden“ eines Textes.
Der Schluss
Der Schluss führt den Text zu einem erkennbaren Abschluss. Je nach Text und Kommunikationszweck kann er die wichtigsten Gedanken zusammenfassen, eine Schlussfolgerung ziehen, eine zuvor aufgeworfene Frage beantworten oder einen Ausblick auf weitere Entwicklungen und Fragestellungen geben.
Dabei sollte der Schluss an den vorausgehenden Gedankengang anknüpfen und ihn sinnvoll abschließen. Neue Gedanken, die für das Verständnis des Textes eine ausführliche Erklärung erfordern würden, gehören daher gewöhnlich nicht erst in den Schluss.
Ein gelungener Schluss rundet den Text ab und vermittelt dem Hörer oder Leser den Eindruck, dass der entwickelte Gedankengang zu einem seinem Zweck entsprechenden Abschluss geführt wurde.
5. Informationsstruktur
Wenn Menschen in einem Gespräch, einem Vortrag, im Unterricht oder in einem schriftlichen Text Informationen vermitteln, verfolgen sie damit einen bestimmten Kommunikationszweck. Dafür genügt es nicht, die einzelnen Informationen ungeordnet aneinanderzureihen. Würde ein Sprecher oder Schreiber wahllos zwischen verschiedenen Gedanken wechseln, könnte es dem Hörer oder Leser schwerfallen, dem Gedankengang zu folgen.
Informationen werden deshalb ausgewählt, gewichtet, geordnet und schrittweise miteinander verbunden. Die Art und Weise, wie Informationen innerhalb einer Äußerung oder eines Textes angeordnet und hervorgehoben werden, bezeichnet man als Informationsstruktur.
Grundgedanke
Die Informationsstruktur betrifft nicht nur die Frage, welche Information zuerst und welche später erscheint, sondern auch, woran eine Mitteilung anknüpft, welche Informationen hervorgehoben werden und wie sich der Informationsgehalt im Verlauf des Textes entwickelt.
Ihre Gestaltung richtet sich nach dem Kommunikationszweck, dem jeweiligen Zusammenhang und dem vorausgesetzten Wissen des Hörers oder Lesers.
Für die Anordnung der Informationen gibt es keine allgemeingültige Reihenfolge. Derselbe Sachverhalt kann auf unterschiedliche Weise dargestellt werden. Entscheidend ist, dass die gewählte Informationsstruktur den Gedankengang unterstützt und dem jeweiligen Kommunikationszweck entspricht.
Die wichtigste Information
Eine besonders wichtige Information kann an unterschiedlichen Stellen eines Textes erscheinen.
Sie kann gleich zu Beginn genannt werden, damit der Hörer oder Leser das Wesentliche sofort erfährt:
Die Schule bleibt morgen wegen des Unwetters geschlossen. Der Unterricht fällt deshalb für alle Klassen aus.
Die zentrale Information steht hier unmittelbar am Anfang.
In einem anderen Text kann eine wichtige Information zunächst vorbereitet und erst später mitgeteilt werden. Dies kann beispielsweise dazu dienen, eine Erklärung schrittweise aufzubauen, eine Schlussfolgerung vorzubereiten oder in bestimmten Texten Spannung zu erzeugen.
Die Stellung einer wichtigen Information hängt somit vom Kommunikationszweck und vom Aufbau des jeweiligen Textes ab.
Die zeitliche Reihenfolge
Ereignisse können entsprechend ihrem zeitlichen Ablauf dargestellt werden:
Anna verließ das Haus, ging zum Bahnhof und stieg in den Zug.
Eine solche Reihenfolge erleichtert es häufig, den Ablauf eines Geschehens nachzuvollziehen.
Ein Text muss die Ereignisse jedoch nicht immer in ihrer tatsächlichen zeitlichen Reihenfolge darstellen. Er kann mit einem späteren Ereignis beginnen und anschließend auf frühere Ereignisse zurückgreifen. Ebenso kann er zwischen verschiedenen Zeitabschnitten wechseln.
Die zeitliche Anordnung der Informationen kann somit gezielt gestaltet werden und unterschiedliche Wirkungen auf den Hörer oder Leser haben.
Vom Allgemeinen zum Besonderen
Häufig erleichtert es das Verständnis, zunächst einen Überblick über einen Gegenstand zu geben und anschließend einzelne Bereiche oder Einzelheiten genauer zu erläutern.
Dieses Vorgehen lässt sich mit der Arbeit eines Malers vergleichen. Zunächst kann er die Gesamtgestalt skizzieren und ihre Proportionen festlegen. Anschließend arbeitet er einzelne Bereiche und Details genauer aus.
Ähnlich kann ein Text zunächst einen allgemeinen Zusammenhang darstellen und danach einzelne Aspekte schrittweise genauer erklären:
allgemeiner Überblick → Teilbereiche → Einzelheiten
Dieses Ordnungsprinzip eignet sich besonders dann, wenn der Hörer oder Leser zunächst eine Orientierung benötigt, bevor Einzelheiten verständlich eingeordnet werden können.
Ursache und Wirkung
Auch Informationen über Ursachen und Wirkungen können unterschiedlich angeordnet werden.
Ein Text kann zunächst eine Ursache darstellen und anschließend deren Folgen erläutern:
Ursache → Wirkung
Es regnete mehrere Tage ohne Unterbrechung. Deshalb stieg der Wasserstand des Flusses stark an.
Die Reihenfolge kann aber auch umgekehrt werden:
Wirkung → Ursache
Der Wasserstand des Flusses stieg stark an. In den vergangenen Tagen hatte es ohne Unterbrechung geregnet.
Im ersten Fall entwickelt sich die Darstellung vom Ausgangspunkt zu dessen Folge. Im zweiten Fall wird zunächst ein Ergebnis oder Zustand dargestellt und anschließend erklärt, wie es dazu gekommen ist.
Welche Reihenfolge geeigneter ist, hängt vom Kommunikationszweck und vom jeweiligen Zusammenhang ab.
Bekanntes und Neues
Verständliche Texte knüpfen häufig an Informationen an, die bereits genannt wurden oder beim Hörer oder Leser als bekannt vorausgesetzt werden können. Von diesem Ausgangspunkt aus werden weitere Informationen eingeführt.
Betrachten wir:
Anna hat einen neuen Hund. Der Hund heißt Bello. Bello ist sechs Monate alt.
Mit einem neuen Hund wird zunächst eine Information eingeführt. Im folgenden Satz wird sie mit dem Ausdruck der Hund wiederaufgenommen und um den Namen Bello ergänzt. Im dritten Satz dient wiederum Bello als Ausgangspunkt für eine weitere Information.
So kann sich der Informationsgehalt schrittweise entwickeln:
bereits eingeführte Information → Wiederaufnahme → neue Information → Wiederaufnahme → weitere Information
Dieses Prinzip steht in enger Beziehung zur Thema-Rhema-Gliederung. Häufig bildet eine bereits bekannte oder eingeführte Information den Ausgangspunkt einer Mitteilung, an den eine weitere Information angeschlossen wird.
Grundprinzip
Die Informationsstruktur bestimmt, wie Informationen innerhalb einer Äußerung oder eines Textes ausgewählt, angeordnet, gewichtet und schrittweise weiterentwickelt werden.
Dabei können unterschiedliche Ordnungsprinzipien verwendet werden. Informationen können beispielsweise zeitlich geordnet, vom Allgemeinen zum Besonderen entwickelt, nach Ursache und Wirkung angeordnet oder von bereits Bekanntem zu neuen Informationen weitergeführt werden.
Eine geeignete Informationsstruktur hilft dem Hörer oder Leser, den Gedankengang nachzuvollziehen, wichtige Informationen einzuordnen und den Inhalt des Textes schrittweise zu erschließen.
6. Textfunktionen
Menschen sprechen oder schreiben Texte nicht nur, um Inhalte sprachlich darzustellen. Mit ihren Texten verfolgen sie in einer bestimmten Kommunikationssituation zugleich einen kommunikativen Zweck. Sie möchten beispielsweise informieren, jemanden zu einer Handlung veranlassen, eine Auffassung beeinflussen, eine soziale Beziehung pflegen oder eine Verbindlichkeit herstellen.
Die Aufgabe, die ein Text innerhalb einer Kommunikationssituation erfüllen soll, bezeichnet man als seine Textfunktion.
Grundgedanke
Die Textfunktion beantwortet die Frage:
Welchen kommunikativen Zweck soll der Text erfüllen?
Sie steht in engem Zusammenhang mit der kommunikativen Intention des Sprechers oder Schreibers. Je nachdem, welches Ziel verfolgt wird, können unterschiedliche Textfunktionen in den Vordergrund treten.
Ein Text muss dabei nicht ausschließlich eine einzige Funktion besitzen. Mehrere Funktionen können miteinander verbunden sein. Gewöhnlich lässt sich jedoch erkennen, welche kommunikative Aufgabe in einer bestimmten Situation im Vordergrund steht.
Informationsfunktion
Bei der Informationsfunktion steht die Vermittlung von Wissen, Tatsachen, Ereignissen oder Zusammenhängen im Vordergrund. Der Sprecher oder Schreiber möchte den Hörer oder Leser über einen bestimmten Gegenstand informieren.
Die internationale Konferenz beginnt am Dienstag in Berlin.
Wasser gefriert unter normalen Bedingungen bei 0 °C.
Informationsorientierte Texte können sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Sie können beispielsweise Ereignisse berichten, Sachverhalte beschreiben oder Zusammenhänge erklären. Entscheidend ist, dass die Vermittlung von Informationen ihre vorrangige kommunikative Aufgabe bildet.
Überzeugungsfunktion
Bei der Überzeugungsfunktion soll der Hörer oder Leser dazu gebracht werden, eine Auffassung, Bewertung oder Schlussfolgerung nachzuvollziehen oder zu übernehmen.
Dazu können Behauptungen begründet, Argumente entwickelt, Beispiele angeführt oder Belege verwendet werden.
Die Stadt sollte den öffentlichen Nahverkehr weiter ausbauen, weil dadurch der Autoverkehr verringert und die Innenstadt entlastet werden kann.
Ob der Hörer oder Leser tatsächlich überzeugt wird, ist damit noch nicht entschieden. Die Textfunktion bezeichnet zunächst den kommunikativen Zweck, den der Sprecher oder Schreiber verfolgt.
Aufforderungsfunktion
Bei der Aufforderungsfunktion soll der Hörer oder Leser zu einer Handlung oder zu einem bestimmten Verhalten veranlasst werden.
Bitte schließen Sie die Tür.
Füllen Sie das Formular vollständig aus und senden Sie es bis Freitag zurück.
Aufforderungen können unterschiedlich stark formuliert werden. Sie können beispielsweise als Bitte, Empfehlung, Anweisung oder Forderung auftreten.
Kontaktfunktion
Bei der Kontaktfunktion steht die Herstellung, Aufrechterhaltung oder Pflege einer sozialen Beziehung im Vordergrund.
Ich hoffe, dass es dir gut geht.
Vielen Dank für deine Nachricht.
Solche Äußerungen können ebenfalls Informationen enthalten. Ihre wesentliche kommunikative Aufgabe kann jedoch darin bestehen, Kontakt aufzunehmen, Verbundenheit auszudrücken oder eine bestehende Beziehung fortzuführen.
Obligationsfunktion
Bei der Obligationsfunktion steht die Herstellung oder Festlegung einer Verbindlichkeit im Vordergrund. Ein Sprecher oder Schreiber verpflichtet sich oder andere unter den entsprechenden sozialen, institutionellen oder rechtlichen Voraussetzungen zu einem bestimmten Verhalten.
Der Mieter verpflichtet sich, die vereinbarte Miete jeweils zu Beginn des Monats zu zahlen.
Diese Funktion begegnet beispielsweise in Verträgen, Vereinbarungen, Zusagen und anderen Texten, durch die Verbindlichkeiten festgelegt werden.
Mehrere Funktionen in einem Text
Die verschiedenen Textfunktionen schließen einander nicht aus. Ein Text kann mehrere kommunikative Aufgaben miteinander verbinden.
Ein Schreiben kann beispielsweise zunächst über eine Änderung informieren und den Empfänger anschließend zu einer Handlung auffordern:
Ab dem 1. Oktober gelten neue Öffnungszeiten. Bitte berücksichtigen Sie diese bei Ihrer nächsten Terminvereinbarung.
Der erste Satz erfüllt vor allem eine Informationsfunktion. Der zweite Satz enthält eine Aufforderung. Beide Funktionen gehören jedoch zu einem gemeinsamen kommunikativen Zusammenhang.
Welche Funktion als die wichtigste angesehen wird, hängt davon ab, welchen übergeordneten Zweck der gesamte Text in der jeweiligen Kommunikationssituation erfüllen soll.
Textfunktion und tatsächliche Wirkung
Die Funktion eines Textes darf nicht mit seiner tatsächlichen Wirkung auf den Hörer oder Leser gleichgesetzt werden.
Ein Text kann informieren sollen, obwohl der Leser die Information nicht versteht. Er kann überzeugen sollen, obwohl der Leser seine Argumentation ablehnt. Er kann zu einer Handlung auffordern, obwohl der Empfänger die Aufforderung nicht befolgt.
Die Textfunktion bezeichnet daher zunächst die kommunikative Aufgabe beziehungsweise den angestrebten Zweck des Textes, nicht den tatsächlich eintretenden Erfolg.
Zusammenhang zwischen Textfunktion und Textform
Der kommunikative Zweck beeinflusst, wie ein Text gestaltet wird. Wer informieren möchte, kann beispielsweise berichten, beschreiben oder erklären. Wer überzeugen möchte, kann argumentieren. Wer jemanden zu einer Handlung veranlassen möchte, kann eine Anleitung, einen Aufruf oder eine Aufforderung formulieren.
Damit gelangen wir von der Frage
„Was soll der Text kommunikativ leisten?“
zu der Frage
„In welcher Form können die Inhalte gestaltet werden, um diesen Zweck zu erfüllen?“
Textfunktion und Textform stehen daher in enger Beziehung, sind jedoch nicht deckungsgleich. Dieselbe Textform kann unterschiedlichen kommunikativen Zwecken dienen, und derselbe kommunikative Zweck kann durch unterschiedliche Textformen verwirklicht werden.
Grundprinzip
Texte erfüllen innerhalb der Kommunikation bestimmte Aufgaben. Je nach Kommunikationssituation und kommunikativer Intention können sie vor allem dazu dienen, zu informieren, zu überzeugen, zu einer Handlung zu veranlassen, soziale Beziehungen zu gestalten oder Verbindlichkeiten herzustellen.
Mehrere Funktionen können innerhalb eines Textes zusammenwirken. Die Textfunktion beschreibt dabei den angestrebten kommunikativen Zweck und nicht notwendig die Wirkung, die beim Hörer oder Leser tatsächlich eintritt.
Der kommunikative Zweck beeinflusst die Gestaltung eines Textes, legt seine konkrete Form jedoch nicht vollständig fest.
7. Textformen und Textsorten
Menschen können Inhalte auf unterschiedliche Weise sprachlich darstellen. Sie können beispielsweise erzählen, beschreiben, berichten, erklären oder argumentieren. Welche Form der Darstellung geeignet ist, hängt davon ab, was mitgeteilt werden soll, in welcher Kommunikationssituation dies geschieht und welcher kommunikative Zweck verfolgt wird.
Dabei können wir zwischen Darstellungsformen und Textsorten unterscheiden.
Grundgedanke
Darstellungsformen bezeichnen grundlegende Arten, wie Inhalte innerhalb eines Textes entwickelt werden können. Dazu gehören beispielsweise das Erzählen, Beschreiben, Berichten, Erklären und Argumentieren.
Textsorten sind stärker an typische Kommunikationssituationen, Zwecke und Gestaltungsmuster gebunden. Beispiele dafür sind ein Brief, eine Nachricht, eine Anleitung, ein Bericht, eine Bewerbung oder ein Vertrag.
Darstellungsform und Textsorte wirken häufig zusammen. Ein Text muss nicht ausschließlich eine einzige Darstellungsform verwenden. Ein wissenschaftlicher Text kann beispielsweise einen Sachverhalt beschreiben, einen Zusammenhang erklären und anschließend für eine bestimmte Schlussfolgerung argumentieren.
Die folgenden Formen zeigen einige wichtige Möglichkeiten der sprachlichen Darstellung und Textgestaltung.
Erzählen
Beim Erzählen werden Ereignisse, Handlungen oder Erlebnisse in einem zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang dargestellt.
Am frühen Morgen verließ Anna das Haus. Als sie den Bahnhof erreichte, fuhr der Zug gerade ein.
Eine Erzählung kann tatsächliche oder erfundene Ereignisse darstellen. Entscheidend ist nicht, ob das Geschehen wirklich stattgefunden hat, sondern dass Ereignisse zu einem nachvollziehbaren Geschehensablauf verbunden werden.
Erzählendes Darstellen begegnet beispielsweise in persönlichen Erlebnissen, Geschichten, Romanen, Biografien und vielen anderen Texten.
Beschreiben
Beim Beschreiben werden Merkmale, Eigenschaften, Zustände oder räumliche und andere Beziehungen eines Gegenstandes oder Sachverhalts dargestellt.
Das Gebäude besitzt drei Stockwerke. An seiner Vorderseite befinden sich sechs große Fenster und ein breiter Eingang.
Eine Beschreibung kann sich auf Gegenstände, Lebewesen, Orte, Zustände, Vorgänge oder andere Erscheinungen beziehen. Sie hilft dem Hörer oder Leser, sich ein genaueres Bild von dem beschriebenen Gegenstand zu machen.
Beschreibungen können als selbstständige Texte auftreten, aber ebenso Bestandteile von Erzählungen, Berichten, wissenschaftlichen Texten oder anderen Textsorten sein.
Berichten
Beim Berichten werden Ereignisse oder Sachverhalte mit dem Ziel dargestellt, den Hörer oder Leser über wesentliche Vorgänge und Tatsachen zu informieren.
Am Dienstag begann in Berlin eine dreitägige internationale Konferenz. An den Gesprächen nehmen Vertreter aus zwanzig Staaten teil.
Berichtendes Darstellen konzentriert sich gewöhnlich auf die für den jeweiligen Kommunikationszweck wichtigen Informationen. Dabei können beispielsweise Zeitpunkt, Ort, Beteiligte, Ablauf und Ergebnis eines Ereignisses eine Rolle spielen.
Berichte begegnen unter anderem im Journalismus, im beruflichen Alltag, in Behörden, in der Wissenschaft und in vielen anderen Kommunikationsbereichen.
Erklären
Beim Erklären werden Zusammenhänge, Ursachen, Abläufe oder Funktionsweisen so dargestellt, dass der Hörer oder Leser einen Sachverhalt besser verstehen kann.
Wird Wasser ausreichend erhitzt, geht es vom flüssigen in den gasförmigen Zustand über. Dieser Vorgang wird als Verdampfen bezeichnet.
Eine Erklärung kann vorhandenes Wissen ordnen, Beziehungen zwischen Erscheinungen verdeutlichen oder zeigen, wie und warum etwas geschieht.
Erklärendes Darstellen spielt beispielsweise in Lehrtexten, wissenschaftlichen Texten, Anleitungen und vielen alltäglichen Kommunikationssituationen eine wichtige Rolle.
Argumentieren
Beim Argumentieren wird eine Behauptung, Bewertung oder Position durch Gründe, Beispiele und Belege gestützt.
Die Stadt sollte den öffentlichen Nahverkehr ausbauen, weil dadurch mehr Menschen auf das Auto verzichten könnten.
Argumentieren ermöglicht es, eine Position nachvollziehbar zu begründen und sie gegenüber anderen möglichen Auffassungen zu vertreten.
Argumentative Passagen können in Erörterungen, wissenschaftlichen Texten, politischen Reden, Stellungnahmen, Briefen und zahlreichen anderen Texten vorkommen.
Die Erörterung
Eine Erörterung setzt sich systematisch mit einer Frage oder einem Problem auseinander. Unterschiedliche Gesichtspunkte, Argumente oder Positionen werden untersucht und gegeneinander abgewogen.
Dabei spielt das Argumentieren eine zentrale Rolle. Die Erörterung kann zu einer begründeten eigenen Position oder zu einer differenzierten Bewertung führen.
Sie zeigt besonders deutlich, wie eine bestimmte Textform mehrere sprachliche Verfahren miteinander verbinden kann: Ein Sachverhalt kann zunächst beschrieben oder erklärt werden, bevor unterschiedliche Argumente untersucht und bewertet werden.
Die Anleitung
Eine Anleitung soll dem Hörer oder Leser ermöglichen, eine Handlung auszuführen oder ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.
Dazu werden die erforderlichen Informationen und Handlungsschritte gewöhnlich in einer nachvollziehbaren Reihenfolge dargestellt:
Öffnen Sie zunächst die Abdeckung. Setzen Sie anschließend die Batterie ein. Schließen Sie danach die Abdeckung wieder.
Eine Anleitung verbindet häufig erklärende und auffordernde Elemente. Ihre Gestaltung richtet sich besonders danach, welches Vorwissen vorausgesetzt werden kann und welche Schritte für die erfolgreiche Durchführung notwendig sind.
Der wissenschaftliche Text
Wissenschaftliche Texte dienen der systematischen Darstellung und Untersuchung wissenschaftlicher Gegenstände und Fragestellungen.
Je nach Fachgebiet und konkretem Zweck können sie Beobachtungen beschreiben, Daten darstellen, Zusammenhänge erklären, Auffassungen vergleichen, Hypothesen prüfen oder Schlussfolgerungen argumentativ begründen.
Der Ausdruck wissenschaftlicher Text bezeichnet dabei keine einzige einheitliche Textsorte. Zur wissenschaftlichen Kommunikation gehören unterschiedliche Textsorten, beispielsweise Fachartikel, Forschungsberichte, Abschlussarbeiten oder wissenschaftliche Rezensionen.
Gemeinsam ist ihnen, dass Erkenntnisse und Begründungen nach den jeweiligen wissenschaftlichen Anforderungen nachvollziehbar dargestellt werden sollen.
Der Brief
Ein Brief ist eine Kommunikationsform, mit der sich ein Absender an einen oder mehrere bestimmte Empfänger richtet.
Je nach Kommunikationssituation kann ein Brief beispielsweise informieren, bitten, auffordern, danken, begründen, Stellung nehmen oder persönliche Gedanken mitteilen.
Briefe können daher sehr unterschiedliche Textfunktionen und Darstellungsformen miteinander verbinden. Ihre sprachliche Gestaltung richtet sich unter anderem nach dem Verhältnis zwischen Absender und Empfänger, dem Anlass und dem Kommunikationszweck.
Das Zusammenspiel von Textfunktion, Darstellungsform und Textsorte
Bei der Gestaltung eines Textes wirken mehrere Entscheidungen zusammen:
Textfunktion: Was soll der Text kommunikativ leisten?
Darstellungsform: Wie werden die Inhalte entwickelt und dargestellt?
Textsorte: In welcher gesellschaftlich und kommunikativ etablierten Form wird der Text gestaltet?
Wer beispielsweise über ein Ereignis informieren möchte, kann berichtend darstellen und dafür einen Nachrichtenbericht verfassen.
Wer eine Position begründen möchte, kann argumentieren und dafür beispielsweise eine Stellungnahme verfassen.
Wer einem anderen Menschen zeigen möchte, wie eine Tätigkeit ausgeführt wird, kann erklären und auffordern und dafür eine Anleitung verfassen.
Textfunktion, Darstellungsform und Textsorte stehen somit miteinander in Beziehung. Ihre Verbindung richtet sich nach der jeweiligen Kommunikationssituation und dem Zweck des Textes.
Grundprinzip
Für unterschiedliche Kommunikationssituationen und Kommunikationszwecke stehen unterschiedliche Möglichkeiten der Textgestaltung zur Verfügung.
Darstellungsformen wie Erzählen, Beschreiben, Berichten, Erklären und Argumentieren bestimmen, auf welche Weise Inhalte entwickelt werden. Textsorten stellen typische, gesellschaftlich etablierte Formen der Kommunikation bereit, in denen solche Darstellungsformen miteinander verbunden werden können.
Ein konkreter Text kann daher mehrere Darstellungsformen und mehrere kommunikative Funktionen miteinander verbinden, auch wenn er einer bestimmten Textsorte zugeordnet wird.
8. Perspektive und Darstellungsweise
Derselbe Sachverhalt kann auf unterschiedliche Weise sprachlich dargestellt werden. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, was mitgeteilt wird, sondern auch, aus welchem Blickwinkel die Darstellung erfolgt, welche Aspekte hervorgehoben werden und wie der Sprecher oder Schreiber das Dargestellte sprachlich gestaltet.
Diese Entscheidungen beeinflussen, wie ein Sachverhalt im Text erscheint und worauf die Aufmerksamkeit des Hörers oder Lesers gelenkt wird.
Grundgedanke
Ein Sprecher oder Schreiber kann aus einem Sachverhalt bestimmte Aspekte auswählen und sie aus einem bestimmten Blickwinkel darstellen. Personen, Handlungen, Vorgänge, Zeitverhältnisse oder Bewertungen können dabei unterschiedlich gewichtet werden.
Die Wahl der Perspektive und Darstellungsweise hängt vom Gegenstand, von der Kommunikationssituation und vom Kommunikationszweck des Textes ab.
Personen- und Erzählperspektive
Besonders in erzählenden Texten kann ein Geschehen aus unterschiedlichen Personenperspektiven dargestellt werden.
Ich-Perspektive
Bei der Ich-Perspektive wird das Geschehen aus der Sicht eines Ich-Erzählers dargestellt:
Ich ging durch die nassen Straßen und spürte die Kälte.
Der Erzähler ist selbst Bestandteil der dargestellten Welt. Er kann seine eigenen Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle und Erfahrungen unmittelbar wiedergeben. Andere Personen werden dagegen aus seiner Perspektive wahrgenommen und dargestellt.
Er-/Sie-Perspektive
Ein Geschehen kann auch in der dritten Person erzählt werden:
Sie ging durch die nassen Straßen und spürte die Kälte.
Dabei kann die Darstellung unterschiedlich gestaltet sein. Sie kann sich eng an den Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen einer bestimmten Person orientieren oder das Geschehen stärker von außen darstellen.
Die grammatische Verwendung von er oder sie entscheidet daher noch nicht allein darüber, wie nah oder distanziert die Darstellung gegenüber einer Person ist.
Wiedergabe der Perspektive einer Person
In einem Text kann der Erzähler nicht nur über eine Person und ihre Handlungen berichten. Er kann auch wiedergeben, was diese Person selbst sagt, denkt, wahrnimmt oder empfindet.
Vergleichen wir:
Sie ging durch die nassen Straßen und spürte die Kälte.
Hier stellt der Erzähler das Geschehen unmittelbar im Erzähltext dar.
Eine Person kann dasselbe Geschehen jedoch selbst schildern:
Sie sagte: „Ich gehe durch die nassen Straßen und spüre die Kälte.“
Ihre Äußerung wird hier als direkte Rede wiedergegeben. Die ursprüngliche Ich-Perspektive der sprechenden Person bleibt innerhalb ihrer Äußerung erhalten.
Der Erzähler kann den Inhalt ihrer Äußerung auch in indirekter Rede wiedergeben:
Sie sagte, sie gehe durch die nassen Straßen und spüre die Kälte.
Nun wird die Äußerung der Person in die Darstellung des Erzählers eingebettet. Mit dem Konjunktiv kann kenntlich gemacht werden, dass der Erzähler den Inhalt einer fremden Äußerung wiedergibt.
Dadurch entstehen zwei miteinander verbundene Perspektiven:
Perspektive des Erzählers → Wiedergabe der Äußerung → Perspektive der dargestellten Person
Dieser Unterschied wird besonders deutlich, wenn eine Bewertung wiedergegeben wird:
Die Straße war gefährlich.
Hier wird die Gefährlichkeit innerhalb der Erzähldarstellung festgestellt.
Sie sagte, die Straße sei gefährlich.
Hier wird dagegen wiedergegeben, wie die dargestellte Person die Straße bezeichnet oder beurteilt. Ob der Erzähler diese Beurteilung selbst teilt, geht aus dem Satz nicht hervor.
Auf diese Weise können Texte die Äußerungen, Gedanken, Wahrnehmungen und Bewertungen verschiedener Personen wiedergeben und dadurch mehrere Perspektiven innerhalb einer Darstellung miteinander verbinden.
Perspektivierung durch Aktiv und Passiv
Auch die grammatische Gestaltung eines Satzes kann beeinflussen, welcher Bestandteil eines Sachverhalts hervorgehoben wird.
Vergleichen wir:
Der Hund biss die Frau.
Die Frau wurde von dem Hund gebissen.
Die Frau wurde gebissen.
Die Sätze können sich auf denselben Sachverhalt beziehen, stellen ihn jedoch unterschiedlich dar. Im ersten Satz bildet der Hund das Subjekt. In den Passivsätzen wird die Frau zum Subjekt. Dadurch verändert sich die grammatische Perspektivierung des Sachverhalts. Der Verursacher der Handlung kann im Passiv genannt oder weggelassen werden.
Aktiv und Passiv ermöglichen es somit, denselben Sachverhalt unterschiedlich zu perspektivieren und verschiedene Beteiligte oder Bestandteile des Geschehens sprachlich unterschiedlich zu gewichten.
Zeitliche Perspektivierung
Texte stellen Geschehen auch in zeitlichen Zusammenhängen dar. Der Sprecher oder Schreiber kann Ereignisse als gegenwärtig, vergangen, zukünftig oder in ihrem Verhältnis zu anderen Zeitpunkten darstellen.
Vergleichen wir:
Sie öffnet die Tür und sieht das Chaos.
Sie öffnete die Tür und sah das Chaos.
Sie hat die Tür geöffnet und das Chaos gesehen.
Sie wird die Tür öffnen und das Chaos sehen.
Die verschiedenen Tempusformen tragen dazu bei, das dargestellte Geschehen zeitlich einzuordnen. Ihre konkrete Bedeutung und Wirkung ergibt sich jedoch aus dem Zusammenspiel von Tempusform, Textart und sprachlichem Zusammenhang.
Auf der Textebene ist besonders wichtig, dass zeitliche Beziehungen über mehrere Aussagen hinweg nachvollziehbar bleiben. Ein Text kann eine zeitliche Perspektive beibehalten oder bewusst zwischen verschiedenen Zeitabschnitten wechseln.
Sachbezogene und subjektiv geprägte Darstellung
Auch die sprachliche Haltung gegenüber einem Gegenstand kann unterschiedlich gestaltet werden.
Bei einer sachbezogenen Darstellung stehen Informationen über den Gegenstand im Vordergrund. Persönliche Gefühle und ausdrückliche Bewertungen werden möglichst zurückgenommen:
Der Fluss trat nach starken Regenfällen über die Ufer. Mehrere Straßen wurden überflutet.
Eine subjektiv geprägte Darstellung kann dagegen Wahrnehmungen, Gefühle und Bewertungen des Sprechers, Schreibers oder einer dargestellten Person stärker hervortreten lassen:
Der gewaltige Fluss schien alles verschlingen zu wollen.
Beide Darstellungsweisen können sich auf dasselbe Geschehen beziehen, erzeugen jedoch einen unterschiedlichen Eindruck.
Zwischen sachbezogener und subjektiv geprägter Darstellung besteht dabei keine starre Grenze. Texte können beide Formen in unterschiedlichem Maße miteinander verbinden.
Zusammenspiel der Perspektiven
Die verschiedenen Möglichkeiten der Perspektivierung wirken in einem Text häufig gleichzeitig zusammen.
Ein Geschehen kann beispielsweise aus der Sicht einer bestimmten Person erzählt, im Präteritum zeitlich eingeordnet und durch eine subjektiv geprägte Wortwahl bewertet werden. In einem sachbezogenen Bericht kann dagegen die handelnde Person sprachlich zurücktreten, während das Ereignis oder sein Ergebnis in den Vordergrund rückt.
Perspektive und Darstellungsweise entstehen daher nicht durch ein einziges sprachliches Mittel. Mehrere grammatische, lexikalische und textuelle Entscheidungen wirken zusammen und bestimmen, aus welchem Blickwinkel ein Gegenstand dargestellt und welche Aspekte hervorgehoben werden.
Grundprinzip
Sprecher und Schreiber können die Darstellung eines Sachverhalts aus unterschiedlichen Blickwinkeln gestalten. Sie können bestimmte Personen oder Bestandteile des Geschehens hervorheben, zeitliche Standpunkte wählen und ihre Darstellung stärker sachbezogen oder subjektiv geprägt gestalten.
Perspektive und Darstellungsweise bestimmen somit nicht, welcher Sachverhalt dargestellt wird, sondern wie er im Text sprachlich präsentiert, gewichtet und für den Hörer oder Leser zugänglich gemacht wird.
9. Text und Kommunikation
Menschen nehmen Erscheinungen und Zusammenhänge der Wirklichkeit wahr, gewinnen Erfahrungen und Erkenntnisse und bilden Vorstellungen und Gedanken. Einen Teil davon möchten sie anderen Menschen mitteilen. Dabei verfolgen sie unterschiedliche kommunikative Ziele: Sie möchten beispielsweise informieren, erklären, erzählen, überzeugen, auffordern, eine Beziehung pflegen oder gemeinsam über einen Gegenstand nachdenken.
Für umfangreichere Kommunikationsinhalte reicht häufig ein einzelner Satz nicht aus. Der Sprecher oder Schreiber muss auswählen, welche Inhalte er mitteilen möchte, wie er sie ordnet, miteinander verbindet und sprachlich gestaltet. Auf diese Weise können mehrere Äußerungen zu einem zusammenhängenden Text werden.
Vom Gedanken zum Text
Ein Text entsteht nicht allein dadurch, dass mehrere grammatisch richtige Sätze aneinandergereiht werden. Der Sprecher oder Schreiber wählt aus seinen Gedanken und seinem Wissen diejenigen Inhalte aus, die für die jeweilige Kommunikationssituation und seinen Zweck bedeutsam sind.
Diese Inhalte werden geordnet und sprachlich gestaltet. Dabei wirken die verschiedenen Bereiche zusammen, die wir auf der Textebene kennengelernt haben:
Kohärenz schafft einen erschließbaren inhaltlichen Zusammenhang.
Kohäsion stellt sprachliche Verbindungen zwischen den Bestandteilen des Textes her.
Informationsstruktur ordnet und gewichtet die mitzuteilenden Informationen.
Textaufbau gliedert umfangreichere Inhalte zu einem nachvollziehbaren Ganzen.
Textfunktion ergibt sich aus der kommunikativen Aufgabe, die der Text erfüllen soll.
Textform, Textsorte, Perspektive und Darstellungsweise beeinflussen, wie die ausgewählten Inhalte sprachlich präsentiert werden.
Diese Mittel wirken nicht unabhängig voneinander. Gemeinsam ermöglichen sie es dem Sprecher oder Schreiber, aus einzelnen Gedanken und sprachlichen Äußerungen einen zusammenhängenden Text zu gestalten.
Vom Text zum Verstehen
Mit der sprachlichen Gestaltung ist der Kommunikationsprozess jedoch noch nicht abgeschlossen. Der Text richtet sich an einen Hörer oder Leser, der die sprachlichen Zeichen wahrnimmt, ihre Bedeutungen erschließt und die einzelnen Informationen miteinander in Beziehung setzt.
Dabei bringt auch der Empfänger eigenes Wissen, Erfahrungen, Erwartungen und Kenntnisse der Kommunikationssituation ein. Er rekonstruiert daher nicht einfach mechanisch die Gedanken des Sprechers oder Schreibers, sondern interpretiert den Text auf der Grundlage der sprachlich vermittelten Informationen und seines eigenen Wissens.
Ein verständlich gestalteter Text erleichtert diesen Prozess. Er garantiert jedoch nicht, dass jeder Empfänger genau dasselbe versteht, was der Sprecher oder Schreiber mitteilen wollte.
Vom Verstehen zur Reaktion
Nachdem ein Text verstanden und interpretiert worden ist, kann der Hörer oder Leser unterschiedlich darauf reagieren.
Er kann die mitgeteilten Informationen annehmen oder bezweifeln, einer Auffassung zustimmen oder widersprechen, eine Aufforderung befolgen oder ablehnen, eine Antwort formulieren oder selbst handeln.
Damit wird sichtbar, dass zwischen kommunikativer Intention, Text, Interpretation und tatsächlicher Wirkung unterschieden werden muss.
Ein Sprecher kann jemanden überzeugen wollen, ohne ihn tatsächlich zu überzeugen. Eine Aufforderung kann verstanden werden, ohne dass sie befolgt wird. Eine Information kann sprachlich klar formuliert sein und dennoch auf Widerspruch stoßen.
Kommunikation ist daher kein mechanischer Vorgang, bei dem ein Gedanke unverändert von einem Menschen auf einen anderen übertragen wird.
Der Kommunikationsprozess
Der Zusammenhang lässt sich vereinfacht folgendermaßen darstellen:
Wirklichkeit und Kommunikationssituation
↓
Wahrnehmung, Erfahrung und Erkenntnis
↓
Wissen, Vorstellungen und Gedanken
↓
Kommunikationsbedürfnis und kommunikative Intention
↓
Auswahl und Ordnung der mitzuteilenden Inhalte
↓
sprachliche und textuelle Gestaltung
↓
Text
↓
Wahrnehmung und Interpretation durch den Hörer oder Leser
↓
Verstehen und Bewertung
↓
mögliche Reaktion oder Handlung
Dieses Modell beschreibt keine starre Abfolge, die bei jeder Kommunikation in genau derselben Weise durchlaufen werden muss. Es verdeutlicht vielmehr die wesentlichen Beziehungen zwischen Wirklichkeit, Erkenntnis, Kommunikationsabsicht, sprachlicher Gestaltung, Text und Interpretation.
Kommunikation als wechselseitiger Prozess
Kommunikation endet häufig nicht bei der Reaktion des Hörers oder Lesers. Dieser kann seinerseits antworten, nachfragen, widersprechen, zustimmen oder neue Informationen hinzufügen.
Dadurch können sich die Rollen verändern:
Sprecher → Text/Äußerung → Hörer
Hörer → Antwort → ursprünglicher Sprecher
Aus einem zunächst einseitig erscheinenden Kommunikationsvorgang kann so ein fortlaufender Austausch entstehen. Besonders in Gesprächen wechseln die Beteiligten ständig zwischen den Rollen des Sprechers und Hörers.
Auch schriftliche Kommunikation kann einen solchen Austausch ermöglichen, beispielsweise durch Briefe, Nachrichten, Kommentare oder andere Formen der Antwort.
Grundprinzip
Ein Text ist ein Mittel, mit dem Menschen ausgewählte und geordnete Inhalte sprachlich miteinander teilen und bestimmte kommunikative Zwecke verfolgen.
Zwischen Wirklichkeit und Text stehen Wahrnehmung, Erkenntnis, Auswahl und sprachliche Gestaltung. Zwischen Text und tatsächlicher Wirkung stehen Wahrnehmung, Interpretation, Bewertung und mögliche Reaktion des Empfängers.
Der Text bildet damit ein wesentliches Bindeglied innerhalb eines umfassenderen Kommunikationsprozesses:
Wirklichkeit → Erkenntnis → Kommunikationsbedürfnis → Auswahl und Gestaltung → Text → Interpretation → Verstehen → mögliche Reaktion
Erfolgreiche Kommunikation hängt deshalb nicht allein von grammatisch richtigen Sätzen ab. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von Inhalt, sprachlicher Gestaltung, Textzusammenhang, Kommunikationssituation sowie dem Wissen und der Interpretation der beteiligten Menschen.
Rückblick
Mit der Textebene haben wir eine Ebene erreicht, auf der viele der zuvor untersuchten sprachlichen Erscheinungen zusammenwirken.
Wörter und andere sprachliche Mittel werden zu Sätzen verbunden. Sätze und Äußerungen können wiederum Bestandteile größerer sprachlicher Zusammenhänge werden. Damit aus ihnen ein verständlicher Text entsteht, müssen ihre Inhalte aufeinander bezogen, sprachlich miteinander verknüpft, geordnet und entsprechend dem jeweiligen Kommunikationszweck gestaltet werden.
Dabei haben wir gesehen, dass ein Text nicht lediglich aus einer Folge grammatisch richtiger Sätze besteht. Kohärenz schafft einen erschließbaren inhaltlichen Zusammenhang, während Kohäsion sprachliche Beziehungen zwischen den Bestandteilen des Textes herstellt. Thema, Rhema und Informationsstruktur bestimmen mit, wie Informationen aufgenommen, gewichtet und weiterentwickelt werden.
Auch der Aufbau eines Textes trägt dazu bei, dass der Hörer oder Leser dem Gedankengang folgen kann. Textfunktionen zeigen, welchen kommunikativen Zweck ein Text erfüllen soll. Darstellungsformen und Textsorten bieten unterschiedliche Möglichkeiten, Inhalte entsprechend einer Kommunikationssituation zu gestalten. Durch Perspektive und Darstellungsweise können bestimmte Aspekte eines Sachverhalts hervorgehoben und unterschiedlich gewichtet werden.
Auf der Textebene zeigt sich damit besonders deutlich, dass die verschiedenen Bereiche der Sprache nicht unabhängig voneinander wirken. Grammatische Formen, Bedeutungen, kommunikative Absichten und textuelle Strukturen greifen ineinander.
Überblick über unser Sprachmodell
| Betrachtungsbereich | Leitfrage | Aufgabe |
| Grammatik | Wie ist Sprache aufgebaut? | Sie beschreibt die Formen und Strukturen der Sprache sowie die Regeln und Möglichkeiten ihrer Verbindung. |
| Semantik | Was bedeuten sprachliche Ausdrücke? | Sie untersucht die Bedeutung sprachlicher Zeichen und Ausdrücke auf unterschiedlichen sprachlichen Ebenen. |
| Pragmatik | Wie und wozu wird Sprache in einer bestimmten Kommunikationssituation verwendet? | Sie untersucht den Sprachgebrauch, kommunikative Intentionen und die Rolle des jeweiligen Kontextes. |
| Textebene | Wie entstehen zusammenhängende Texte? | Sie untersucht den inhaltlichen und sprachlichen Zusammenhang, die Informationsstruktur, den Aufbau und die Gestaltung von Texten sowie ihre Funktion innerhalb der Kommunikation. |
Diese Bereiche lassen sich analytisch voneinander unterscheiden, wirken in der tatsächlichen Kommunikation jedoch zusammen.
Ein Sprecher oder Schreiber nimmt Erscheinungen und Zusammenhänge wahr, gewinnt Erkenntnisse, entwickelt Gedanken und verfolgt ein Kommunikationsziel. Er wählt sprachliche Mittel aus, verbindet sie zu Sätzen und gestaltet daraus – wenn der mitzuteilende Inhalt es erfordert – einen zusammenhängenden Text. Der Hörer oder Leser nimmt diesen Text wahr, erschließt seine sprachlichen Bedeutungen und Zusammenhänge und interpretiert ihn unter Einbeziehung seines Wissens und der jeweiligen Kommunikationssituation.
Damit lässt sich der Zusammenhang unseres Modells noch einmal zusammenfassen:
Wirklichkeit und Kommunikationssituation
↓
Wahrnehmung, Erfahrung und Erkenntnis
↓
Wissen, Vorstellungen und Gedanken
↓
Kommunikationsbedürfnis und kommunikative Intention
↓
Auswahl und sprachliche Gestaltung
↓
Wörter, Sätze und Texte
↓
Wahrnehmung und Interpretation durch den Hörer oder Leser
↓
Verstehen, Bewertung und mögliche Reaktion Sprache ermöglicht es Menschen somit nicht nur, einzelne Erscheinungen zu bezeichnen oder einzelne Sachverhalte in Sätzen auszudrücken. Sie ermöglicht ihnen auch, umfangreiche Zusammenhänge zu ordnen, miteinander zu verknüpfen und als Texte für andere Menschen kommunikativ zugänglich zu machen.
Autor: Khyal Aryubi
Version: 1.0
Veröffentlicht: 14.09.2026
Lizenz: CC BY-NC 4.0
Ihre Gedanken zu diesem Kapitel
Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Sehen Sie etwas anders oder möchten Sie einen Gedanken ergänzen? Kritik, Fragen und konstruktive Vorschläge sind ausdrücklich willkommen.
Rückmeldung geben