Kapitel 11
Interjektionen
Einleitung
Menschen nehmen die Wirklichkeit nicht nur wahr und gewinnen Erkenntnisse über Einheiten, deren Eigenschaften, Handlungen, Vorgänge und Zustände. Sie erleben diese Wirklichkeit auch und reagieren auf das Wahrgenommene, Erlebte oder Mitgeteilte.
Menschen sind keine Maschinen, die gewonnene Informationen lediglich sachlich und emotionslos weitergeben. Ein Sachverhalt kann Freude, Überraschung, Schmerz, Ärger, Bedauern oder andere Reaktionen hervorrufen.
Vergleichen wir:
Wir haben gewonnen.
Dieser Satz teilt zunächst einen Sachverhalt mit. Aus ihm allein geht nicht hervor, welche Reaktion dieser Sachverhalt beim Sprecher hervorruft.
Hurra! Wir haben gewonnen!
Mit Hurra! drückt der Sprecher zusätzlich seine Freude über den mitgeteilten Sachverhalt aus.
Eine menschliche Reaktion muss jedoch nicht immer ein Gefühl ausdrücken. Sie kann beispielsweise auch aus einem körperlichen Empfinden, einer Erkenntnis oder einer kommunikativen Absicht entstehen:
Aua! Das tut weh.
Aha! Jetzt verstehe ich es.
Pst! Das Baby schläft.
Im ersten Beispiel wird ein körperliches Empfinden ausgedrückt. Im zweiten reagiert der Sprecher auf eine Erkenntnis. Im dritten reagiert er auf eine Situation und versucht zugleich, auf das Verhalten eines anderen Menschen einzuwirken.
Interjektionen können deshalb als sprachliche beziehungsweise lautliche Ausdrucksmittel menschlicher Reaktionen auf Wahrnehmungen, Erlebnisse, Sachverhalte, Äußerungen oder kommunikative Situationen verstanden werden.
Dabei kann eine Interjektion für sich allein eine Äußerung bilden:
Hurra!
Aua!
Pst!
Sie kann aber auch einen Satz begleiten, der den Zusammenhang der Reaktion verdeutlicht:
Hurra! Wir haben gewonnen!
Aua! Das tut weh!
Pst! Das Baby schläft.
Interjektionen können sowohl vom ursprünglichen Sprecher als auch als Reaktion eines Hörers auf eine vorausgehende Äußerung verwendet werden. Ein Hörer kann dadurch selbst zum Sprecher werden:
Wir haben gewonnen!
Hurra!
Die konkrete Bedeutung einer Interjektion hängt dabei häufig von der Kommunikationssituation, dem Zusammenhang und der Sprechweise ab. Dieselbe Form kann in verschiedenen Situationen unterschiedliche Reaktionen ausdrücken oder unterschiedliche Wirkungen entfalten.
Interjektionen unterscheiden sich außerdem von vielen anderen sprachlichen Mitteln dadurch, dass sie häufig keine vollständige Satzstruktur benötigen. Mit einem kurzen Ausdruck wie Aua!, Hurra! oder Pst! kann bereits eine kommunikativ verständliche Reaktion erfolgen.
Für die Interjektion lässt sich der Zusammenhang daher folgendermaßen darstellen:
Wirklichkeit oder kommunikative Situation → Wahrnehmung und Erleben → menschliche Reaktion → Kommunikationsbedürfnis → sprachliche Funktion → Interjektion
Im Folgenden werden zunächst verschiedene Funktionen von Interjektionen betrachtet. Anschließend wird zwischen primären und sekundären Interjektionen unterschieden und schließlich ihre Beziehung zu Antwort- und Gesprächspartikeln untersucht.
1. Gefühls- und Empfindungsinterjektionen
Menschen können auf Wahrnehmungen, Erlebnisse und Sachverhalte mit Gefühlen oder körperlichen Empfindungen reagieren. Solche Reaktionen können durch Gefühls- und Empfindungsinterjektionen in knapper sprachlicher beziehungsweise lautlicher Form ausgedrückt werden.
Freude und Jubel
Hurra! Wir haben gewonnen!
Juhu! Morgen beginnen die Ferien!
Yay! Es hat geklappt!
Die Interjektionen hurra, juhu und yay können Freude, Begeisterung oder Jubel ausdrücken.
Überraschung und Erstaunen
Oh! Du bist schon da!
Ah! Das hätte ich nicht erwartet!
Oha! Das ist aber teuer!
Hier zeigen die Interjektionen eine Reaktion auf etwas Unerwartetes oder Bemerkenswertes.
Ärger, Abneigung und Ekel
Mist! Ich habe den Schlüssel vergessen!
Verdammt! Der Zug ist schon weg!
Pfui! Das riecht unangenehm!
Solche Ausrufe können Ärger, Unzufriedenheit, Abneigung oder Ekel ausdrücken.
Schmerz und körperliche Empfindung
Au! Das tut weh!
Aua! Ich habe mich geschnitten!
Hier wird besonders deutlich, dass Interjektionen nicht nur Emotionen ausdrücken. Au! und Aua! können eine unmittelbare Reaktion auf körperlichen Schmerz darstellen.
Enttäuschung und Bedauern
Ach! Jetzt ist es zu spät!
Oh nein! Wir haben den Bus verpasst!
Auch Enttäuschung, Bedauern oder Niedergeschlagenheit können auf diese Weise zum Ausdruck gebracht werden.
Die Zuordnung einer Interjektion zu einer bestimmten Empfindung ist jedoch nicht immer eindeutig. Dieselbe Interjektion kann je nach Situation, Zusammenhang und Sprechweise unterschiedliche Reaktionen ausdrücken.
Vergleichen wir:
Ach, wie schön!
Ach, wie schade!
Ach, lass mich doch in Ruhe!
Die Form ach bleibt gleich, kann aber im ersten Fall Freude oder Rührung, im zweiten Bedauern und im dritten Ungeduld ausdrücken.
Gefühls- und Empfindungsinterjektionen dienen somit dazu, emotionale oder körperliche Reaktionen des Menschen in knapper sprachlicher beziehungsweise lautlicher Form auszudrücken.
2. Aufforderungs- und Warninterjektionen
Menschen reagieren auf Situationen nicht nur, indem sie eigene Gefühle oder Empfindungen ausdrücken. Sie können durch kurze Ausrufe auch versuchen, die Aufmerksamkeit zu lenken oder das Verhalten anderer Menschen zu beeinflussen.
Aufforderungs- und Warninterjektionen können deshalb dazu dienen, Aufmerksamkeit zu erregen, zu einer Handlung aufzufordern, eine Handlung zu unterbrechen oder vor einer Gefahr zu warnen.
Aufmerksamkeit
Mit bestimmten Interjektionen kann der Sprecher zunächst die Aufmerksamkeit eines anderen Menschen auf sich oder auf eine Situation lenken:
Hey! Komm zurück!
Hallo! Sie da!
He! Nicht so schnell!
Die Interjektion richtet sich hier unmittelbar an den Hörer; der folgende Satz kann anschließend genauer ausdrücken, worauf sich seine Aufmerksamkeit richten soll.
Aufforderung
Andere Interjektionen sollen den Hörer zu einem bestimmten Verhalten veranlassen:
Pst! Sei bitte leise!
Los! Beeil dich!
Hopp, hopp! Wir kommen zu spät!
Mit pst soll beispielsweise erreicht werden, dass jemand schweigt oder leiser spricht. Los und hopp können dagegen dazu auffordern, eine Handlung zu beginnen oder zu beschleunigen.
Warnung
Interjektionsartig verwendete Ausrufe können den Hörer auch auf eine Gefahr aufmerksam machen oder ihn dazu bringen, eine Handlung zu unterbrechen:
Achtung! Der Boden ist rutschig!
Vorsicht! Da kommt ein Auto!
Halt! Nicht weitergehen!
Hier verbindet sich die Reaktion des Sprechers auf eine wahrgenommene Situation mit einem Einwirkungsbedürfnis: Der Hörer soll die Gefahr erkennen und sein Verhalten entsprechend ändern.
Der Unterschied zu Gefühls- und Empfindungsinterjektionen liegt damit vor allem in der kommunikativen Richtung:
Hurra! Wir haben gewonnen!
→ Der Sprecher drückt seine eigene Reaktion aus.
Pst! Das Baby schläft!
→ Der Sprecher wirkt auf den Hörer ein.
Beide Fälle gehen jedoch von einer menschlichen Reaktion auf eine Situation aus. Deshalb gehören Ausdruck und Einwirkung zu den unterschiedlichen kommunikativen Funktionen, die Interjektionen erfüllen können.
Aufforderungs- und Warninterjektionen dienen somit dazu, die Aufmerksamkeit eines Hörers zu lenken oder sein Verhalten durch einen kurzen Ausruf zu beeinflussen.
3. Lautmalerische Interjektionen
Menschen können auf ihre Umwelt nicht nur mit Gefühls- und Empfindungsäußerungen oder mit kommunikativen Aufforderungen reagieren. Sie können wahrgenommene Laute und Geräusche sprachlich beziehungsweise lautlich nachahmen. Solche Ausdrücke werden als lautmalerische Interjektionen verwendet.
Dabei können unterschiedliche Geräuschquellen nachgeahmt werden.
Tierlaute
Laute von Tieren können durch menschliche Lautformen wiedergegeben werden:
Miau!
Wau!
Muh!
Kikeriki!
Diese Formen sind keine naturgetreuen Wiedergaben der Tierlaute. Sie stellen vielmehr deren sprachlich geprägte Nachahmung dar. Deshalb können verschiedene Sprachen denselben Tierlaut unterschiedlich wiedergeben.
Geräusche und Vorgänge
Auch Geräusche von Gegenständen, Bewegungen oder Vorgängen können lautmalerisch dargestellt werden:
Bumm! Die Tür fiel zu.
Peng! Der Luftballon platzte.
Platsch! Der Stein fiel ins Wasser.
Zack! Schon war das Licht aus.
Die Interjektion macht dabei einen wahrgenommenen Vorgang oder das mit ihm verbundene Geräusch sprachlich anschaulich.
Lautnachahmung als kommunikative Reaktion
Lautmalerische Ausdrücke können außerdem über die bloße Nachahmung eines Geräusches hinaus kommunikativ verwendet werden.
Jemand kann beispielsweise ein weinendes Kind ablenken, indem er eine Katze nachahmt:
Miau! Die schöne Katze ist da!
Oder ein Sprecher kann Miau! scherzhaft zu einem Freund sagen, der besonders gern etwas vom Fleisch haben möchte.
Auch Wau! kann je nach Situation nicht nur einen Hundelaut nachahmen, sondern beispielsweise scherzhaft oder ironisch als Reaktion auf eine Äußerung verwendet werden.
Daran wird besonders deutlich, dass die Lautform allein die kommunikative Bedeutung einer Interjektion nicht vollständig bestimmt. Situation, Zusammenhang und Absicht des Sprechers tragen wesentlich dazu bei, wie sie verstanden wird.
Lautmalerische Interjektionen dienen somit dazu, Laute und Geräusche sprachlich beziehungsweise lautlich nachzuahmen und können zugleich in unterschiedlichen kommunikativen Situationen als menschliche Reaktionen verwendet werden.
4. Primäre und sekundäre Interjektionen
Interjektionen können nicht nur nach ihrer kommunikativen Funktion, sondern auch nach ihrer sprachlichen Form und Herkunft unterschieden werden. Dabei spricht man häufig von primären und sekundären Interjektionen.
Diese Einteilung überschneidet sich mit den bisher behandelten funktionalen Gruppen. Eine Gefühls-, Aufforderungs- oder Warninterjektion kann also zugleich primär oder sekundär sein.
Primäre Interjektionen
Als primäre Interjektionen werden Formen bezeichnet, die als eigenständige Interjektionsformen auftreten und nicht zugleich als gewöhnliche Wörter anderer Wortarten verwendet werden.
Dazu gehören beispielsweise:
ach!
oh!
aua!
hurra!
pfui!
hm!
Hurra! Wir haben gewonnen!
Aua! Das tut weh!
Pfui! Das riecht unangenehm!
Solche Formen können eine menschliche Reaktion ausdrücken, ohne innerhalb der Äußerung die gewöhnliche grammatische Funktion eines Nomens, Verbs oder Adjektivs zu übernehmen.
Sekundäre Interjektionen
Menschen können jedoch auch bereits vorhandene Wörter oder Ausdrücke interjektionsartig verwenden. Solche Verwendungen werden als sekundäre Interjektionen bezeichnet.
Vergleichen wir:
Die Hilfe kam rechtzeitig.
Hilfe!
Im ersten Satz ist Hilfe ein Nomen und Bestandteil der Satzstruktur. Im zweiten Beispiel wird Hilfe! als selbstständiger Ausruf verwendet, mit dem der Sprecher unmittelbar auf eine Situation reagiert und andere Menschen zum Eingreifen auffordert.
Ähnlich können andere sprachliche Formen interjektionsartig verwendet werden:
Achtung! Der Boden ist rutschig!
Vorsicht! Da kommt ein Auto!
Ruhe! Das Baby schläft!
Halt! Nicht weitergehen!
Die Bedeutung, die diese Wörter in anderen Verwendungszusammenhängen haben, bleibt dabei erkennbar; zugleich werden sie hier als selbstständige oder satzbegleitende Ausrufe verwendet.
Der Unterschied lässt sich daher vereinfacht darstellen:
primäre Interjektion → als eigenständige Interjektionsform verwendet
sekundäre Interjektion → anderes sprachliches Material wird interjektionsartig verwendet
Diese Unterscheidung zeigt erneut, dass die Form eines sprachlichen Ausdrucks allein seine grammatische Funktion nicht vollständig bestimmt. Entscheidend ist auch, wie der Ausdruck in einer konkreten Kommunikationssituation verwendet wird.
Primäre und sekundäre Interjektionen unterscheiden sich somit nicht in erster Linie danach, welche Reaktion sie ausdrücken, sondern danach, wie die betreffende sprachliche Form zur interjektiven Verwendung steht.
5. Abgrenzung zu Antwort- und Gesprächspartikeln
Nicht jeder kurze, selbstständig verwendete Ausdruck ist automatisch eine Interjektion. Besonders bei Antwort- und Gesprächspartikeln können ähnliche Formen und Verwendungsweisen auftreten. Für die Einordnung ist deshalb die Funktion im konkreten sprachlichen Zusammenhang entscheidend.
Antwortpartikeln
Antwortpartikeln reagieren unmittelbar auf eine vorausgehende Frage oder Äußerung und geben beispielsweise Zustimmung oder Ablehnung an:
Kommst du morgen? – Ja.
Hast du das verstanden? – Nein.
Willst du mitkommen? – Nö.
Ja, nein und nö erfüllen hier eine klar erkennbare Antwortfunktion. Sie drücken nicht in erster Linie eine emotionale oder körperliche Reaktion aus und dienen auch nicht hauptsächlich einer Aufforderung oder Warnung. Sie beantworten eine vorausgehende Äußerung.
Vergleichen wir:
Wir haben gewonnen! – Hurra!
Habt ihr gewonnen? – Ja.
Im ersten Beispiel reagiert der Hörer mit Hurra! auf den mitgeteilten Sachverhalt. Im zweiten Beispiel beantwortet er mit ja eine Frage.
Gesprächspartikeln und Gesprächssignale
Andere kurze Formen können dazu dienen, ein Gespräch oder den eigenen Sprechprozess zu organisieren. Sie können beispielsweise Zögern, Nachdenken, Rückmeldung oder Gesprächsbereitschaft anzeigen.
Wann wurde das Gebäude errichtet? – Ähm … 1920, glaube ich.
Was hältst du davon? – Hm … ich bin mir noch nicht sicher.
Hier teilen ähm und hm nicht einfach einen Sachverhalt mit. Sie signalisieren vielmehr, dass der Sprecher zögert, nachdenkt oder seine Äußerung vorbereitet.
Gerade bei solchen Formen kann die Abgrenzung zur Interjektion fließend sein.
Hm! Das schmeckt gut!
Hier kann hm eine Empfindung oder positive Reaktion ausdrücken.
Wann fahren wir los? – Hm … vielleicht um acht.
Hier dient hm eher als Signal des Nachdenkens innerhalb des Gesprächs.
Dieselbe Lautform kann also je nach Verwendung unterschiedlich eingeordnet werden.
Interjektion → Ausdruck einer menschlichen Reaktion oder Einwirkung auf einen Hörer
Antwortpartikel → unmittelbare Antwort auf eine vorausgehende Frage oder Äußerung
Gesprächspartikel beziehungsweise Gesprächssignal → Organisation des Gesprächs oder des eigenen Sprechprozesses
Diese Unterscheidungen sind jedoch nicht in jedem Fall scharf. Sprachwissenschaftliche Beschreibungen können einzelne Formen unterschiedlich einordnen. Entscheidend für unser Modell ist daher nicht allein die äußere Form eines Ausdrucks, sondern vor allem seine kommunikative Funktion im jeweiligen Zusammenhang.
Rückblick
Menschen nehmen die Wirklichkeit wahr, erleben Situationen und reagieren auf das, was sie sehen, hören, empfinden oder von anderen erfahren. Sprachliche Kommunikation dient deshalb nicht nur dazu, Erkenntnisse und Sachverhalte mitzuteilen. Menschen haben auch das Bedürfnis, ihre Reaktionen auszudrücken oder auf andere Menschen einzuwirken.
Für solche kommunikativen Bedürfnisse stehen unter anderem Interjektionen zur Verfügung.
Interjektionen können unterschiedliche kommunikative Funktionen erfüllen. Sie können Gefühle und Empfindungen ausdrücken, die Aufmerksamkeit eines Hörers lenken, zu einem bestimmten Verhalten auffordern, vor einer Gefahr warnen oder Laute und Geräusche nachahmen und kommunikativ verwenden.
Hurra! Wir haben gewonnen!
Pst! Das Baby schläft!
Miau!
Interjektionen können allein eine Äußerung bilden oder einen Satz begleiten. Ihre konkrete Bedeutung und Wirkung ergibt sich dabei häufig erst aus der Situation, dem sprachlichen Zusammenhang und der Sprechweise.
Nach ihrer sprachlichen Form und Herkunft können primäre und sekundäre Interjektionen unterschieden werden. Diese Einteilung betrifft einen anderen Gesichtspunkt als die Einteilung nach ihrer kommunikativen Funktion. Eine Interjektion kann beispielsweise ihrer Funktion nach eine Warnung und zugleich ihrer Verwendung nach eine sekundäre Interjektion sein.
Auch die Grenze zu Antwort- und Gesprächspartikeln ist nicht immer eindeutig. Formen wie hm zeigen, dass dieselbe Lautform je nach Zusammenhang unterschiedliche kommunikative Funktionen erfüllen und entsprechend unterschiedlich eingeordnet werden kann.
Für unser Grammatikmodell ist deshalb entscheidend: Nicht die Form allein bestimmt die Funktion eines sprachlichen Mittels. Ausgangspunkt ist das menschliche Kommunikationsbedürfnis in einer konkreten Situation.
Für die Interjektion lässt sich dieser Zusammenhang so zusammenfassen:
Wirklichkeit oder kommunikative Situation → Wahrnehmung und Erleben → menschliche Reaktion → Kommunikationsbedürfnis → sprachliche Funktion → Interjektion
Die Interjektion zeigt damit besonders deutlich, dass Sprache nicht nur der sachlichen Darstellung der Wirklichkeit dient. Sie ermöglicht dem Menschen auch, auf diese Wirklichkeit und auf andere Menschen sprachlich zu reagieren.
Autor: Khyal Aryubi
Version: 1.0
Veröffentlicht: 03.09.2026
Lizenz: CC BY-NC 4.0
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